Freuten sich über aussagekräftige Fußmatten zum zehnjährigen Jubiläum: Marina Knick, Martina Henning, Stefanie Heitkamp, die AWO-Kita-Leiterin Leiterin Elke Ursinus, Sarioscha Butzke, der THC-Vorsitzende Werner Schröer, Ann-Kathrin Rieger und Gudrun Lüpping (von links). Foto: Astrid SpringerSelten hat man so große Freude über neue Fußmatten gesehen: Zum Auftakt des 15. Weltkindertages, der am Sonntag im Westerkappelner Schulzentrum stattfand, wurden am Vorabend die Preisträger im Rahmen des Projektes „Kinder in Bewegung“ in der Westerkappelner Schulaula geehrt, unter anderem mit großen, bedruckten Fußmatten. Landrat und Schirmherr Dr. Klaus Effing und der Präsident des Kreissportbundes (KSB) eröffneten die Gala.

„Ich habe den Weltkindertag nach Westerkappeln geholt, um Kindern eine Stimme und eine Lobby zu geben“, sagte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Dass sie viel von Bewegung, insbesondere an der frischen Luft, hält, brachte sie kurz und knapp auf den Punkt: „Kinder müssen auslüften!“, meinte die Gastgeberin und zweifache Mutter und sorgte damit für amüsierten Beifall.

Viele Offizielle und Politiker aus dem Kreisgebiet waren zur Gala gekommen, darunter die Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek (CDU) und Jürgen Coße (SPD), die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Kristina Schulze-Föcking, die Bürgermeister aus Lotte, Recke, Ochtrup, Lienen und Mettingen, Mitglieder des Kreistags, der Vorsitzende des Kreissportbundes Uli Fischer, Vizepräsident Jens Wortmann von der Sportjugend NRW, Vertreter der Kitas, Jugendämter, Sponsoren und örtlichen Vereine.

„Das Thema Kinderrechte ist aktueller denn je“, betonte Sozialdezernent Tilmann Fuchs mit einem Seitenblick auf die anwesende Politik, der Fokus des Abends lag auf dem Thema Bewegung. „Sport fördert das Selbstwertgefühl und das persönliche Selbstkonzept“, erläuterte Kindheits- Entwicklungsforscher Professor Dr. Werner Schmidt per Videobotschaft.

Für ihr besonderes Engagement im Handlungsprogramm „Kinder in Bewegung“ wurden drei Kitas als Bewegungskindergärten und vier Partnersportvereine als Kinderfreundlicher Sportverein ausgezeichnet, namentlich das Kinderland Lotte-Wersen mit dem SC Halen, als 50. Bewegungskindergarten die DRK Kita Ochtrup mit dem FC Lau-Brechte, das Kinderland Mettingen mit dem TV Mettingen sowie der Reit- und Fahrverein Westerkappeln, der neben dem THC Westerkappeln zweiter Partner der Kita am Königsteich ist. Der Bewegungskindergarten DRK Kita Bunte Welt in Rheine-Hauenhorst wurde mit dem „Pluspunkt Ernährung“ ausgezeichnet.

Wie die Einrichtungen das Handlungsprogramm konkret umsetzen, zeigten zwei Preisträger auf der Bühne: Die seit inzwischen zehn Jahren als Bewegungskindergarten ausgezeichnete AWO-Kindertagesstätte Am Königsteich Westerkappeln begeisterte mit dem Flaschentanz und einer rockigen Version von „Alle meine Entchen“; Die Mädchen der Rope-Skipping-Gruppe des SC-Halen faszinierten mit eindrucksvoller Choreographie und atemberaubenden Tempo beim Seilspringen.

Gleich zwei Spezialistinnen waren zum Thema frühkindliche Bildung geladen und beide kritisierten die mangelhafte Versorgungslage in Deutschland.

Nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer aus Osnabrück erläuterte, dass Kinder die Welt über ihren Körper erfahren und Bewegung damit ein unverzichtbares Element ganzheitlicher Bildung ist. Sie mahnte eindringlich dabei auf jegliche Leistungserwartung zu verzichten, „Kindheit braucht Zeit!“

Die Sachverständige für Frühpädagogik Dr. Ilse Wehrmann hatte einen ganzen Marshallplan für die Republik im Gepäck, ihr Credo: „Es kann nicht sein, dass sich frühkindliche Bildung nach der Finanzkraft einer Kommune richtet und sich am Familienbild des amtierenden Bürgermeisters orientiert!“

Neben höheren Qualitätsstandards und der Aufhebung des Föderalismusprinzips lag ihr die Unvereinbarkeitsfrage am Herzen: Kitas seien Bildungseinrichtungen, aber eben auch Dienstleister, mahnte sie. Von Familien werde ein Höchstmaß an Flexibilität erwartet, da müsse man auch bei den Betreuungszeiten nachbessern und diese an den Bedarf, beispielsweise einer Krankenschwester, anpassen.

Beim Betreuungsschlüssel liege Deutschland zudem weit ab von der EU-Empfehlung, kritisierte Wehrmann. Dringend forderte sie eine einheitliche, hochwertige und anerkannte Ausbildung für die Erzieher in der Republik. „Keine deutsche Erzieherin kann sich im europäischen Ausland bewerben.“

Den Kommunen empfahl sie, sich Bündnispartner bei den lokalen Unternehmen zu suchen, „Kita-Plätze sind ein Wettbewerbsvorteil bei der Anwerbung von Fachkräfte“, ist Wehrmann sicher.

Nach so vielen Anregungen für die Zukunft ließ man den Abend mit der Volker-Leiß-Band, warmem Buffet und einer nächtlichen Feuershow ausklingen. Das Banner für den Weltkindertag 2018 ging an die Gemeinde Recke.

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