Die Anstiege verlangen Jürgen alles ab.Die Frage wollte sich Jürgen Rottmann vom THC Westerkappeln beantworten, der in diesem Jahr das Ziel hatte, am „Swiss Cycling Alpenbrevet“ teilzunehmen.
Die Veranstaltung in der Schweiz ist bei Radsportlern sehr beliebt, und so war es kein Wunder das 2.500 Radsportbegeisterte den Weg zum Startort Meiringen gefunden hatten. Unter ihnen Jürgen mit seinen Radsportfreunden Michael Dirkes und Martin Hansjürgens (Marathon Ibbenbüren) und Winfried Hacke aus Bawinkel.
Was stand für die Jungs auf dem Programm?

Beim Alpenbrevet werden 3 Strecken (Silber, Gold, Platin) angeboten, bei denen die Pässe „Grimsel-2.164m“, „Nufenen-2.478m“, „Gotthard-2.106m“, „Lukmanier-1.915m“, „Oberalp-2.044m“, und „Susten-2.224m“ zu bewältigen sind. Wahrlich eine große Herausforderung!
Jürgen hatte sich für die Goldvariante mit „Grimsel“, „Nufenen“, „Gotthard“ und „Susten“ entschieden. Mit einer Distanz von 172 Kilometern und 5.294 Höhenmetern sollte das genug sein.
Freitag wurde als kleine Vorbelastung der „Brünigpass“ gefahren, mit 1.008 Metern ein kleiner Sandhaufen.
Streckenplan der "Goldvariante"Samstag hieß es früh aufstehen, denn um 06:45 Uhr war der Start. Es war noch recht frisch, aber das spürten die Jungs kaum, da man sofort im Anstieg zum „Grimsel“ war. Auf dem Pass angekommen wurden die Radler von Alphornbläsern, Kindern in Trachten und Kuhglocken begrüßt. Eine kurze Pause mit salziger Suppe und leckerem Schweizer Käse und schon ging es in die Abfahrt nach Gletsch, wo der Abzweig auf die Silberroute mit dem „Furkapass“ war. Für Jürgen ging es weiter nach Ulrichen und nach einem kurzen Flachstück durch das „Ägenetal“ direkt in den Anstieg zum „Nufenen“. Der verlangte den Radlern mit Steigungsabschnitten von 18 Prozent alles ab. Wie klein die Welt doch ist, auf dem Pass traf Jürgen auf zwei „Südschweden“ aus Münster!
Die lange Abfahrt nach Ariolo in der italienischen Schweiz war Genuss pur. Vor dem Anstieg zum „Gotthard“ war verpflegen angesagt. Bei super Wetter mit bis zu 35° ging es dann in den Anstieg, der auch aufgrund der unzähligen Kehren wohl zu den schönsten in der Schweiz zählt, und das trotz der vielen Kopfsteinpflasterpassagen.
Die nächste Verpflegungsstation war in Andermatt, im Herzen der Strecken des Alpenbrevet gelegen. Hier schlugen die Radler richtig zu, um den letzten Pass auch noch zu bewältigen.
Die Abfahrt nach Wassen durch die Schöllenschlucht musste konzentriert gefahren werden, denn die vielen Tunnel und Galerien sind nicht ungefährlich. Aber alles ging gut und schon war man im Anstieg zum „Susten“. Der Anstieg durch das Meiental ist auch eine mentale Herausforderung, denn es geht kilometerlang geradeaus. Fast von allen Fahrern wurden Äußerungen getätigt, die nicht spruchreif sind.
Geschafft, Jürgen ist nach 10:54 Std. im ZielAm Pass angekommen war die Plackerei schon wieder vergessen. Eine kurvenreiche Abfahrt nach Innertkirchen und die letzten 6 Kilometer bis ins Ziel waren das reinste Vergnügen.
Von vielen Zuschauern mit Applaus und vom Moderator mit Namensnennung empfangen, Jürgen war nach 10:54 Stunden „stolz wie Oskar“.
Die Antwort auf die gestellte Fragen hatte er auch sofort parat:
„Es war eine Höhentour, aber etwas Hölle war auch dabei!“
In 2017 findet die Veranstaltung am 26.08. statt, sehr wahrscheinlich wieder mit Jürgen.