Schlingentraining beim THC. Sehr intensiv aber mit Spassfaktor Auf der Liste der guten Vorsätze fürs Neue Jahr steht bei vielen wohl „Mehr Sport treiben“ ganz oben. Eine Möglichkeit, diesen Vorsatz in die Tat umzusetzen, könnte das sogenannte TRX- oder Schlingentraining sein. Es ist eine fantastische Methode für ein funktionales Ganzkörpertraining und ist sowohl für Sportanfänger als auch für Hochleistungsathleten geeignet. Die „Technologie“ ist unglaublich simpel, die Herausforderung und die Trainingseffekte dagegen umso höher. Der Turn- und Handballclub Westerkappeln (THC) bietet seit rund einem Jahr einen Kursus für dieses spezielle Training an. Höchste Zeit für die WN, bei einem Schnuppertraining vorbeizuschauen.

„Klar, komm rein.“ Conny Meiswinkel, Gesundheitstrainerin beim THC, hat kein Problem damit, dass ein Mitarbeiter der Lokalzeitung an ihrem Schlingentraining teilnehmen möchte. Die kleine Turnhalle an der Grundschule ist schon hergerichtet. An zwei nebeneinander aufgebauten Hochrecks hängen die elastischen Bänder, darunter liegen einige dünne, blaue Matten. Neben den Matten stehen die sechs Frauen, die sich von Conny Meiswinkel für das Schlingentraining begeistern lassen wollen oder es schon längst tun. Drei von ihnen sind zum ersten Mal dabei und wissen noch nicht genau, was da auf sie zukommt.

Dabei klingt die Beschreibung vom Training mit den Multifunktionsbändern erstmal ziemlich vielversprechend. Das Schlingentraining bietet ein umfängliches dreidimensionales Training, das alltagsnahe sowie sportartspezifische Bewegungsmuster ermöglicht. Einzelne Muskeln werden nie isoliert trainiert, sondern immer in der ganzen Muskelkette beansprucht. Die Verbesserung des inter- und intramuskulären Zusammenspiels steht dabei im Fokus.

Im Falle des Trainingskurses von Conny Meiswinkel kommen noch ein erheblicher Spaßfaktor und eine gewisse Wohlfühlatmosphäre dazu. Aus einem kleinen CD-Spieler trällert Popmusik, und unsere Gruppe beginnt mit einem kurzen Warm-up – zunächst ganz ohne Einsatz der Schlingen. Als wir etwas gelockert sind und der Puls schon schneller geht, wird es schließlich ernst. Die ersten Übungen am Schlingentrainer gehören noch zum Aufwärmprogramm. Wir dehnen uns im Stehen, gleichzeitig wird die Muskulatur mobilisiert.

Im Fokus steht zunächst der Oberkörper, vor allem die Brustmuskulatur und der Schultergürtel. Conny Meiswinkel setzt auf behutsames und korrektes Ausführen der Bewegungen. „Macht 15 saubere Wiederholungen und dann eine kurze Pause“, gibt sie uns als Tipp. Vor allem Einsteiger sollten sich diesen Rat zu Herzen nehmen.

Mir klingen die Aussagen meines ehemaligen Dozenten Dr. Heinz Kleinöder in den Ohren: „TRX ist nicht gerade das einfachste Workout und ein eher gefährliches Tool, wenn die Übungen nicht stabilisiert werden können und man dann zwangsläufig mit Fehlhaltungen trainiert. Wenn Untrainierte auf die hohe Belastung nicht vorbereitet sind oder sogar nach der Crossfit-Methode bis zur völligen Erschöpfung trainieren, provoziert das Verletzungen.“ Dr. Kleinöder ist Leiter der Abteilung Kraftdiagnostik und Bewegungsforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln und hat uns Studenten immer wieder eingebläut, auf eine saubere Bewegungsausführung zu achten. Wenn man allerdings im Liegestütz mit den Füßen in den Schlingen hängt und alles wackelt, ist das leichter gesagt, als getan.

Zum Glück für uns, hat Conny Meiswinkel immer ein wachsames Auge auf die Bewegungen ihrer Kursteilnehmer. Sie gibt immer wieder Feedback zu der Bewegungsausführung und korrigiert, wo es nötig ist. Auf dem Rücken liegend, trainieren wir zum Abschluss unsere Beine, den Rücken und den Bauch. Nach knapp einer Stunde Training nimmt dabei jeder den Wechsel aus Anspannung und Entspannung sehr bewusst wahr.

Vor allem die Einsteiger sind geschafft, aber zufrieden. „Man braucht natürlich eine gewisse Zeit der Gewöhnung“, hält Conny Meiswinkel unsere Erschöpfung und den Anflug von Muskelkater für ganz normal. Für mich war der Ausflug in die THC-Trainingsgruppe ein guter Anreiz, auch privat wieder öfter mit den TRX-Bändern zu trainieren.

Für Conny Meiswinkel war der Abend lohnenswert, weil sie wieder drei Einsteiger von ihrem Training überzeugen konnte. Sie freut sich über jeden, der kommt. Mitglied im THC muss man dafür nicht sein – nur etwas neugierig auf eine spannende und intensive Trainingsform.
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