Gemeinsam macht es am meisten Spaß: Sohn Jens und Vater Günter Maiwald trainieren zusammen in der zweiten Mannschaft des THC. Foto: (Sonja Möller)Es ist Mittwochabend, 20.30 Uhr. In der Dreifachhalle laufen die ersten THC-Spieler der zweiten Mannschaft ein und machen sich beim Fußball warm. Ein Mann mit grauen Haaren und Bart luchst einem Jungspund in der Abwehr den Ball ab und passt ihn nach vorne. Als das Leder knapp am Tor vorbei geht, klatscht er und ruft: „Das war Pech. Weiter geht´s, Männer!“ Der Vorlagengeber ist Günter Maiwald. Trotz seiner mittlerweile 70 Jahre wirkt er hoch konzentriert und lässt den Ball nicht aus den Augen.
Eigentlich ist der Westerkappelner kein Fußballer: „Handball ist mein Sport“, sagt er und strahlt. Das erste Mal einen Ball in der Hand hatte er mit etwa zehn Jahren, als er in der Schülermannschaft auflief. Doch mit dem Eintritt ins Berufsleben geriet der Sport in den Hintergrund. „Mit 32 Jahren bin ich dann wieder mit dem Handball angefangen“, erinnert sich Maiwald, lächelt und sagt: „Schön war das.“
Der THC befand sich gerade in den Anfängen. „Wir hatten keine Halle und haben den Sechsmeter-Raum mit einem Strick abgelegt.“ Die Trainingsbedingungen waren nicht optimal, aber die alte Leidenschaft brannte wieder. 1980 versuchte sich Günter Maiwald eine Saison als Trainer und wurde mit der C-Jugend gleich Kreismeister. Doch der aktive Sport lag ihm mehr. Noch mit 55 Jahren bestritt Günter Maiwald Punktspiele für den THC. „Ich habe mich nie geschont, aber irgendwann fordert das Alter seinen Tribut“, erzählt er.

Vor zehn Jahren hatte Sohn Jens dann eine Idee: „Komm doch mit zum Training der Zweiten.“ Seitdem gehört Günter Maiwald zum Team, in dem der Jüngste 18 Jahre alt ist. Mittwochs treffen sich Sohn und Vater immer in der Dreifachhalle zum Sport: „Obwohl alle wesentlich jünger sind, sind sie sehr nett“, fühlt sich Günter Maiwald gut aufgehoben. Handball spielen kann der 70-Jährige mittlerweile nicht mehr, aber bei den 45 Minuten Fußball zum Aufwärmen ist er immer dabei. „Das Tolle ist, dass er nicht nur Statist ist“, bewundert Jens Maiwald die Agilität seines Vaters. Der grinst schelmisch und sagt: „Manchmal nehme ich den Jüngeren sogar den Ball weg. Das haben die gar nicht gerne.“
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok