Holger HelmichHolger Helmich und der THC Westerkappeln: Nach zehn Jahren hat der Coach sein Amt in andere Händen übergeben und steht fortan nur noch unterstützend zur Seite. Foto: Uwe WolterInterview mit dem scheidenden Trainer des THC Westerkappeln Holger Helmich

Zehn Jahre waren ihm nun doch genug. Als Nachfolger von Uta Pabst hatte Holger Helmich in 2003 das Traineramt bei den Handballern des THC Westerkappeln angetreten. Allerdings ist der Abschied nicht komplett und abrupt. In der neuen Saison will Helmich Nachfolger Timo Halstenberg, der als Spielertrainer fungieren wird, noch unterstützen. Im Gespräch mit unserer Zeitung zog der langjährige Trainer eine Bilanz.

Was machen Sie, wenn der THC sein erstes Meisterschaftsspiel (im September?) in der neuen Saison absolviert?

Holger Helmich: Grundsätzlich haben wir vorgesehen, dass ich Timo Halstenberg beim Coaching während des Spiels unterstütze, da er auch noch spielen will und soll. Die Verantwortung liegt aber ganz klar bei Timo Halstenberg. Ich gehe also davon aus, dass ich auf der Bank sitze. Sollte sich das bis zum Saisonbeginn anders entwickeln, sitze ich auf der Tribüne und gebe „schlaue“ Kommentare ab.

Sie waren zehn Jahre Trainer der ersten Herrenmann, davor lange aktive Spieler. Haben Sie schon realisiert, dass jetzt eine andere Zeit anbricht?

Helmich: Selbstverständlich, ich habe das ja bewusst entschieden und wohl überlegt.

Hätten Sie damals gedacht, dass Sie so lange dieses Amt ausfüllen würden? So oft kommt das ja nicht im Sport vor!

Helmich: Rechnen kann man damit nicht, aber ich habe immer betont, dass ich das nicht gemacht habe, um mich persönlich zu profilieren, sondern um ein attraktives und abwechslungsreiches Training anzubieten und die Mannschaft weiterzuentwickeln. Darüber hinaus stand immer die Loyalität des Vereins und von mir zum Verein im Vordergrund. Ich habe über die Jahre viel Freude gehabt und Bestätigung erfahren.

Was waren für Sie die Höhen und Tiefen in all diesen Jahren?

Helmich: Der unverhoffte Aufstieg nach meinem Amtsantritt hat damals sehr viel Euphorie freigesetzt. Danach haben wir ein paar Jahre auf Bezirksebene mitgespielt, aber leider nie den Aufstieg geschafft. Auch später hatten wir allemal das Potential, aber wir haben es nicht geschafft die Saison auf konstant hohem Niveau durchzuspielen. Es sind immer wieder unnötige Ausrutscher passiert über die wir uns später geärgert haben. Die Tiefpunkt war sicherlich vor der Saison 2011/2012 mit dem Weggang von 5 Leistungsträgern, daher haben wir auch nur knapp den Abstieg verhindert.

Vor einem Jahr wäre der THC beinahe abgestiegen, erst im letzten Spiel gab es die Rettung. Wie sehr zehrt so etwas an den Nerven?

Helmich: Das zehrt nicht an den Nerven, mir war das vor der Saison klar und es hat sich bestätigt. Das die Mannschaft den Abstieg verhindert hat, ist aller Ehren Wert.

Die letzte Saison verlief sportlich in ruhigen Bahnen. Die Mannschaft hatte sogar Kontakt zur Spitzengruppe. Wo sehen sie die Mannschaft in der Zukunft

Helmich: Das wir teilweise oben mitgespielt haben, ist insbesondere den A-Jugend-Spielern zu verdanken, die eine sehr gute Qualität in die Mannschaft gebracht haben. In der nächsten Saison spielen sie nur noch Herren und ich hoffe, dass sie noch einen Schritt machen. Dann wird die Qualität weiter steigen.

Welchen Rat würden Sie ihrem Nachfolger Timo Halstenberg mit auf dem Weg geben?

Helmich: Er sollte nicht zu schnell zu viel von den jungen Spielern verlangen. Die brauchen gegen die „alten Säcke“ sicher noch ihre Eingewöhnungszeit. Es wird Höhen und auch Tiefen geben, aber ich bin davon überzeugt, dass mittelfristig das Niveau steigt und dann kann man sich auch gemeinsam etwas vornehmen.

Eine letzte Frage, welcher Sport begeistert Sie außer Handball sonst noch?

Helmich: Ich persönlich fahre sehr gerne Alpinski.

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