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Die Mannschaft des THC Westerkappeln sitzend von links: Sebastian Heins, Timo Halstenberg, Niels Gröne, Daniel Kellermeier, Daniel Cutik, Jan-Niklas Rieger, Manuel Schröer, Trainer Holger Helmich; stehend von links: Fabian Praus, Florian Finke, Maximilian Wiemann, Lasse Laters, Dirk Suppelt, Hinrich Focken, Jan-Marten Schulte, Niklas Tüpker, Ron Twiehaus. Es fehlen Henning ten Brink und Jens BarlagFoto: (Sonja Möller)Wie mit einer 18 Kopf starken Wundertüte in der Hand dürfte sich THC-Coach Holger Helmich derzeit fühlen. Vier Spieler haben nach Saisonende seine Mannschaft verlassen, neun Neue sind hinzu gestoßen. „Ich habe keine Ahnung, was da auf mich zu kommt“, gibt der Trainer unumwunden zu und betont mit Blick auf die Abgänge von Jan-Nicolas Pötter und Tobias Coquette: „Wir haben sicher an Substanz verloren.“ Beide hatten in der vergangenen Saison große Spielanteile. Besonders Pötter spielte auf Rückraum links und in der Deckung nahezu durch. „Es muss jedem klar sein, dass Jan-Nico jetzt keine sieben, acht Treffer pro Spiel mehr macht und auch keine zehn Siebenmeter mehr herausholt.“ Eine deutliche Umstellung also, die auf mehreren Schultern verteilt werden soll.

Als wahrer Glücksfall dürfte sich deswegen der Wechsel von Dirk Suppelt vom SV Gaste-Hasbergen aus der Regionsoberliga erweisen. „Wir haben großes Glück, dass sich Dirk entschieden hat, bei uns zu spielen. Er wird das Loch von Jan-Nico zwar nicht vollständig ausfüllen können, aber durch ihn wird es nicht so groß.“ Dem stimmt auch Manuel Schröer zu: „Endlich mal einer, der älter ist. Dirk passt sehr gut in unsere Mannschaft.“ Mit seiner Erfahrung kann der 34-jährige Suppelt ein wichtiger Orientierungspunkt für die jungen Spieler werden. Zu denen gehören die beiden Rückkehrer Niklas Tüpker und Niels Gröne. Sie haben im vergangenen Jahr in der A-Jugend des VfL Mettingen gespielt und stehen nun ihrem Heimatverein wieder zur Verfügung. „Niklas und Niels sind wichtige Ergänzungen für unseren Kader“, freut sich Helmich, hält aber die Erwartungen bewusst gering: „Sie kommen aus der A-Jugend.“ Körperlich seien sie noch nicht so weit, dem Gegner allein durch ihre Präsenz Angst einzujagen. „Aber das erwartet auch niemand“, betont Manuel Schröer. Mit Maximilian Wiemann sucht zudem ein Basketballer eine neue Herausforderung beim THC. Ob der Wechsel zum Handball klappt, werden die nächsten Wochen zeigen.
Und dann sind da noch die drei Polizisten aus Osnabrück: Hinrich Focken, Malte Alexy und Sebastian Heins trainieren neuerdings mit den Helmich-Mannen. „Die können alle Handball spielen und würden uns sehr helfen“, spricht der THC-Coach bewusst im Konjunktiv. Denn ob er bei Spielen mit dem Trio rechnen kann, ist äußerst fraglich: „Sie sind bei der Bereitschaftspolizei und beruflich sehr eingeschränkt.“
Die Wundertüte THC ist also gut gefüllt. Zu deren Stärken zählt, das viele Spieler auf vielen Positionen einsetzbar sind. So wird ein Timo Halstenberg jetzt häufiger in der Mitte agieren. Für die halblinke Position gibt es gleich mehrere Anwärter. „Jedem sollte mittlerweile klar sein, welche taktischen Mittel gegen welche Deckung nötig sind. Das müssen wir jetzt nur noch umsetzen“, betont Helmich. Arbeit wartet zudem in der Defensive. „Da sehe ich uns nicht so stabil wie in der vergangenen Saison.“ Die Neuzugänge haben die Aufgabe, Pötters Abwehrqualitäten zu ersetzen. „Das wird schwer“, vermutet der Coach. Zudem müssen die THCler besonders an der Chancenauswertung - dem großen Manko der Vorsaison - intensiv arbeiten. Deswegen fordert Helmich, dass „jeder kontinuierlich jede Trainingsminute herbeisehnt und nutzt.“ Dem stimmt Manuel Schröer zu und wünscht sich, dass „wir zusammenhalten.“ Kommunikationsprobleme könnten dann gar nicht erst entstehen. „Wir müssen einfach Spaß haben, die Dinger durchzuziehen.

Auch wenn wir mal das eine oder andere Spiel verlieren“, gibt sich der Kapitän motiviert.

14 weitere Teams treten in der Landesklasse Weser-Ems mit dem THC an. Der Spielplan ist eng. Zu den Top-Favoriten zählen die HSG Grönegau-Melle und der TV Bissendorf-Holte II. „Das sind Mannschaften, die über Jahre in der Landesliga gespielt haben“, schätzt Helmich das Niveau hoch ein. Auch die Teams aus Meppen-Twist und Cloppenburg zählt er zu den Favoriten. „Wir können uns mit Mannschaften wie Gretesch, Ankum und Schüttdorf II messen.“ Mit Quakenbrück und Lemförde sind zwei Teams aufgestiegen, die den heimischen Handballern völlig unbekannt sind. Und beim TSV Quakenbrück dürfen die THCler morgen ihr erstes Saisonspiel bestreiten (Anwurf: 17 Uhr). „Da geht es gleich um die Wurst“, sagt Holger Helmich, der auf den verletzten Florian Finke und eventuell Fabian Praus verzichten muss. Nach der Partie weiß der Trainer dann auch, ob sich seine Wundertüte als Glücksgriff erweist.
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