Keinen Nutzen aus Notlage ziehen

Die Handballer des THC Westerkappeln (helle Trikots) sind am Wochenende erneut zum Zuschauen verurteilt. Gegner Emlichheim bat um Spielverlegung. (Foto: Sonja Mölller)Seit dem 6. September läuft die Handballsaison in der Landesklasse Weser-Ems. Seitdem haben die Herren des THC Westerkappeln gerade mal eine Hand voll Spiele absolviert, genau fünf Mal standen sie einem Gegner gegenüber. Ihr letztes Spiel bestritten die Westerkappelner am 26. Oktober und verloren gegen die HSG Friesoythe mit 30:34. Davor waren drei Wochen Pause, unter anderem wegen der Herbstferien in Niedersachsen. Vor einer Woche hätte der THC in Garrel spielen müssen, doch zwei Tage vor dem Spiel kam aus Garrel eine Mail. Darin wurde der THC gebeten, einer Spielverlegung zuzustimmen, da es in Garrel einen personellen Engpass gebe. Der THC stimmte zu. Das nächste Spiel würde demnach nun am morgigen Samstag in Emlichheim stattfinden. Denkste!

?Bereits am Montag haben wir einen Anruf aus Emlichheim erhalten, dass sich zwei Spieler verletzt haben und nicht spielen können?, berichtet Spielwartin Frauke Helmich vom THC. Da der SC Union Emlichheim ohnehin einen Personalengpass habe, ?haben sie gebeten, das Spiel zu verlegen?, so Frauke Helmich weiter. ?Dem haben wir zugestimmt.? Die Folge: Der THC ist auch am bevorstehenden Wochenende wieder nicht im Einsatz, es bleibt nur das Training. Weitere Spielpraxis gesammelt werden kann nicht. Der angestrebte zweite Saisonsieg muss noch warten.
?Spielverlegungen in dieser Anzahl sind natürlich nervig?, gibt Frauke Helmich zu. ?Aber wir gehören nicht zu den Vereinen, die einen Verlegungswunsch nicht erfüllen, denn auch wir können jederzeit in diese Situation geraten.? Und so eine Situation habe es auch schon in der Vergangenheit gegeben?, erinnert sich Frauke Helmich. ?Wir finden das sportlich fair und wollen keinen Nutzen aus der Notsituation des Gegners ziehen.? Die Folge einer Verweigerung sei häufig nur, dass der Gegner zwar personell unterbesetzt aber hoch motiviert anreist und doch zwei Punkte entführe, begründet Helmich die Vorgehensweise des THC in diesen Fällen. Genau so habe es der THC nämlich schon selbst erlebt. ?Vor ein paar Jahren wollte Eicken ein Spiel nicht verlegen. Mit absoluter Notbesetzung sind wir dann nach Eicken gefahren und haben gewonnen?, spricht Frauke Helmich aus eigener Erfahrung.

Zwar ist der THC durch den erneuten Spielausfall ein weiteres Wochenende ohne Spiel, doch schon am kommenden findet ein erstes Nachholspiel statt. Dann gastiert die Mannschaft von Trainer Holger Helmich beim TV Dinklage (20 Uhr). Das vor einer Woche abgesagte Heimspiel gegen den BV Garrel soll am Sonntag, 7. Dezember, über die Bühne gehen. Wann in Emlicheim gespielt wird, ist noch offen. ?Hier haben wir uns noch nicht auf einen neuen Termin geeinigt?, bestätigt Frauke Helmich.
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