Nach dem Schlusspfiff am Sonntag gab es beim THC-Trainer Dirk Suppelt (links) und seinen Spielern kein Halten mehr. Sekunden vor Schluss war erste das 33:32 gefallen. Der THC entschied einen echten Handball-Krimi gegen Belm-Powe zu seinen Gunsten. Foto: Jörg Wahlbrink Ein Hitchcock-Krimi hätte kaum spannender sein können. Das Handballduell am Sonntag zwischen dem THC Westerkappeln und dem Tabellendritten Concordia Belm-Powe war nichts für schwache Nerven. Der THC führte in der Begegnung nur einmal – beim Abpfiff.

Uwe Wolter

Mit 33:32 gewann der Spitzenreiter das Spitzenspiel der Regionsoberliga und kann damit praktisch schon für die Weser-Ems-Liga planen. Am kommenden Samstag können die Westerkappelner mit einem Sieg beim Zweiten VfL Bad Iburg alles klar machen. Platz zwei wäre dann sicher, der Meister und Vizemeister steigen auf. Bei dann noch drei Spielen könnte der THC nicht mehr von einem dieser beiden Ränge verdrängt werden.

„Das hat Nerven gekostet“, atmetet Dirk Suppelt , Trainer des THC, nach Abpfiff am Sonntag tief durch und riss die Arme jubelnd in die Höhe. Bis es soweit war, mussten Spieler und Fans durch ein regelrechtes Gefühlsbad. „Ich weiß auch nicht, was da in der ersten Halbzeit los war, das war einfach unterirdisch“, konnte sich Suppelt das Geschehen in den ersten 30 Minuten gar nicht erklären. „Es ging schon gut los“, ärgerte sich der THC-Coach über den schnellen 0:4-Rückstand. Die Abwehr sah nicht gut aus, „und ist auch die Torwartleistung schlecht.“ Der THC schien sich zu besinnen und kam auf 2:4 und 4:6 heran. Dann zog Belm bis zur Pause Tor um Tor davon. Zur Halbzeit lag der THC beim 14:23 neun Tore zurück. Die Partie schien zu Gunsten des Tabellendritten gelaufen zu sein.

„In der Kabine gab es eine sehr deutliche Ansprache“, meinte Suppelt. „Das scheint gefruchtet zu haben.“ Dazu kam eine Umstellung in der Abwehr. Das THC-Spiel wurde stetig besser, der Rückstand schrumpfte auf drei Tore (20:23) zusammen. Suppelt schwärmte später zu Recht: „Was die da geleistet haben, ist einfach phänomenal!“ Aber Belm hielt weiter dagegen. „Das ist schon eine gute Mannschaft mit guten Einzelspielern“, lobte der THC-Coach den Gegner. Zwischenzeitlich wuchs der Rückstand wieder an. Doch angefeuert von den Fans auf der Tribüne kitzelten die Gastgeber die letzten Kraftreserven auch sich heraus.

In der 55. Minute traf Florian Meyer per Siebenmeter zum 29:29. Alles war wieder offen. Bis 32:31 für Belm gingen die Gäste immer wieder mit einem Tor in Führung. Durch dumme Zeitstrafen wegen Meckerns schadeten sich die Belmer in der entscheidenden Schlussphase jedoch selbst. Gut eine Minute vor Schluss stellte Sebastian Kolek den 32:32-Gleichstand her. Nun war es endgültig eine Zitterpartie bis zum Schluss. Dann warf Florian Meyer das 33:32. Zum ersten mal überhaupt lag der THC vorne. Noch 44 Sekunden waren zu spielen – es sollte reichen. Mit dem, Abpfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Der THC hatte sich eines hartnäckigen Konkurrenten entledigt. Sieben Punkte müssten die Belmer in den letzten vier Spielen aufholen.

„Wir wollen aufsteigen, aber wir wollen auch Meister werden“, sagte THC-Trainer Dirk Suppelt am Tag nach dem Spiel. „Jetzt fahren wir am Samstag nach Bad Iburg und wollen auch dort gewinnen. Mit dem VfL haben wir noch eine Rechnung offen.“ Das Hinspiel verlor der THC zu Hause mit 22:27.

► Tore: Meyer (9/1), Kolek (7), Gröne (5), Schröer (4/1), Kiesewetter (4/1), Wesseler (3) und Köppel (1).

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