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Kurz vor Schluss gab der in gelben Trikots spielende THC Westerkappeln noch den Sieg gegen den TSV Wallenhorst aus der Hand - Endstand 32:32. Foto: Christoph PieperSo kann Handball sein. Für die einen Freud‘, für die anderen Leid und für die Zuschauer ein ordentliches Spektakel. Im Spitzenspiel der Regionsoberliga hatte der THC Westerkappeln am Sonntag den Tabellenführer aus Wallenhorst zu Gast, führte oft und musste in der letzten Sekunde des Spiels doch noch den 32:32 Ausgleich hinnehmen.

Es war alles angerichtet in der Dreifachsporthalle, für ein Spitzenspiel, das die Meisterschaft entweder vorentscheiden oder noch einmal offen halten sollte. Die Tribüne fast bis auf den letzten Platz gefüllt, ein DJ aus der einschlägigen Westerkappelner Partyszene und zwei Teams auf dem Parkett, die ihr Spitzenspiel zunächst über den Kampf definieren wollten. Tore fielen zwar auch, gefühlt waren es aber weniger, als es Zeitstrafen gab. THC-Youngster Steffen Kiesewetter kassierte nach knapp 20 Minuten schon seine dritte Zwei-Minuten-Strafe und durfte nach der folgenden roten Karte den Rest des Spiels neben seinen Freunden auf der Tribüne verfolgen. Er sollte nicht der einzige bleiben.

In dieser hektischen Anfangsphase spielten die Westerkappelner zeitweise nur zu dritt und auch der Gast aus Wallenhorst kassierte eine rote Karte. Zwischen diesem Hauen und Stechen, mit zwei überfordert wirkenden Schiedsrichtern wurde auch ein bisschen Handball gespielt. Der THC kam gut ins Spiel, führte zwischenzeitlich sogar mit drei Toren, gab diese Führung in der Folge aber zu leichtfertig aus der Hand und lag schließlich zur Halbzeit mit 18:19 zurück. Kurz vor der Pause „holte“ Nils Laters noch die zweite rote Karte für den THC.

Auch in Durchgang zwei ging es ordentlich zur Sache. Die Westerkappelner um Spielertrainer Timo Halstenberg kamen gut aus der Kabine und lagen nach gut 40 Minuten wieder mit einem Tor vorne. In der Zwischenzeit holten sich Dirk Suppelt und Florian Finke den roten Karton ab. Und dennoch wirkte das Westerkappelner Spiel nicht kopflos. „Beim Training sind eigentlich immer alle da“, gab Halstenberg Auskunft. „Deswegen können wir dort viel probieren und haben keine Probleme unser Spiel mal spontan umzustellen“.

Immer wieder konnte der THC seine Führung verteidigen. Der wichtigste Treffer fiel wohl 80 Sekunden vor Schluss. Es war das 32:31 für den Gastgeber. Dann ging es zurück an den eigenen Kreis, Wallenhorst versuchte es noch einmal, ließ den Ball laufen, fand keine Abschlussmöglichkeit. Die Westerkappelner Abwehr war aber noch hellwach. Balleroberung 30 Sekunden vor Schluss. Das musste es doch sein. Auf der Tribüne wurde schon gejubelt. Tatsächlich war es dazu aber noch zu früh, denn der THC schaffte es nicht, die Zeit runterzuspielen, sondern verlor noch einmal den Ball. Den entstehenden Konter unterband Sebastian Kollek und holte sich dafür natürlich auch noch die rote Karte ab. Besonders bitter: Diese Karte wird wohl eine Sperre von zwei Spielen nach sich ziehen. Wallenhorst wechselte jetzt seinen Torhüter aus und bekam dazu eine Menge Zeit um den letzten Angriff zu planen.

Ohne erkennbaren Grund ließen die Schiedsrichter gute fünf Minuten verstreichen, bevor sie das Spiel wieder anpfiffen. Erklären konnte sich das auch niemand aus dem fachkundigen Publikum auf der Tribüne. Das musste schließlich mit ansehen, wie der Wallenhorster Abschluss von THC Torwart Daniel Kellermeier pariert wurde. Und wie der Ball dann doch wieder bei den Gästen landete und mit der Schlusssirene im Westerkappelner Tor einschlug. Das Spiel war aus, Wallenhorst feierte, aus den Gesichtern der THC-Handballer war nur Leere zu lesen. „Ein Punkt gegen den Tabellenführer ist ganz gut, bringt uns aber natürlich nichts“, konnte Halstenberg von sich geben, nachdem er sich wieder halbwegs gefangen hatte. Für weitere Analysen fühlte er sich dann noch nicht in der Lage. „Das machen wir in der kommenden Woche.“

►  THC: Kellermeier, Schneiders (12), Butzke, Kollek (5), Schröer (4), Laters, Meyer (3), Halstenberg (6), Schwab, Suppelt (1), Kiesewetter, Finke (1), Veronelli.

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