Sich selbst überrascht!

Florian Finke (mit Ball) traf gegen die HSG Meppen-Twist drei Mal und Timo Halstenberg (links) erzielte den 24:23-Siegtreffer für den THC.Foto: (Sonja Möller)Es gibt so Tage, da fühlst du dich wie im falschen Film. Da läuft auf den ersten Blick alles schief, was sich im Nachhinein als goldrichtig erweist. Der vergangene Freitag dürfte für THC-Trainer Holger Helmich solch ein Tag gewesen sein. Abends musste sein Team gegen die HSG Meppen-Twist antreten, und wäre die Aufgabe nicht schon schwer genug, sagten kurzfristig vier Spieler ab: Neben Dirk Suppelt (privat verhindert) mussten Jan-Nicolas Pötter (Oberschenkel), Ron Twiehaus (Wade) und Bastian Kamphues (krank) passen. „Jeder hat nur noch spekuliert, wie hoch die Niederlage ausfällt“, rechnete sich Helmich keine großen Chancen aus, wurde aber überrascht. Es folgte eine großartige Leistung der verbleibenden THCler, die den Tabellenzweiten mit 24:23 (11:10) bezwangen und sich damit im Abstiegkampf alle Chancen offen hielten.

Holger Helmich war zu starken Umstellungen gezwungen. Statt der eingespielten 5:1-Deckung mit Pötter und Twiehaus auf den Halbpositionen übernahmen Tobias Coquette und Jan-Niklas Rieger diese Aufgabe. In dem insgesamt torarmen Spiel ging die HSG 2:0 in Führung (5.) und vergab zwei Tempogegenstöße, bevor der THC das erste Mal traf (7.). „Da hatten wir Glück“, betont Helmich. Dessen Spieler glichen zum 4:4 aus (10.), woraufhin Meppen wieder mit zwei Toren in Front ging (15.).
Der Favorit konnte sich aber nicht absetzen, obwohl Helmich erneut zu Umstellungen in der Deckung gezwungen war. „Tobias hinkte gegen den Rückraumrechten hinterher und hatte schon zweimal zwei Minuten kassiert“, beschreibt der THC-Coach. Coquette rückte daraufhin nach links außen, ten Brink in die Mitte und Stephan Grewe offensiv davor. Die Gäste kamen zum 7:7 (22.) und THC-Torwart Jens Barlag hielt einen Siebenmeter. Kurz vor der Pause setzte die HSG dann sogar einen Strafwurf an den Pfosten. So hieß es beim Seitenwechsel 11:10.

Mit dem Selbstvertrauen aus der ersten Halbzeit und dem Wissen, dass einiges möglich ist, begann der THC, allerdings in Unterzahl. Meppen drehte den Rückstand. „Aber wir haben uns nie aus der Ruhe bringen lassen“, lobte Helmich. Nach 35 Minuten stand es wieder 14:12 für die Gäste. Der THC transportierte die Zwei-Tore-Führung. Eine Viertelstunde vor Schluss hieß es gar 20:17.

Nach Zeitstrafen gegen ten Brink und Rieger drehte Meppen das Ergebnis erneut auf 21:20 (53.). „Das Spiel drohte zu kippen“, ahnte Helmich, dessen Team fortan der HSG hinterher rannte. Doch die Westerkappelner gaben sich nie auf, glichen zum 23:23 aus (58.) und Timo Halstenberg traf per Tempogegenstoß zum 24:23 (59.).

Es blieben 50 Sekunden, Helmich nahm ein Timeout. Dies nutzte Meppen, um auf offensive Deckung umzustellen. Nachdem ein Tor von Halstenberg wegen Schrittfehlers nicht anerkannt wurde, war die HSG in Ballbesitz. Doch die THC-Abwehr stand wie ein Bollwerk. Dann war Schluss und der Jubel groß. Helmich war mehr als zufrieden: „Heute hat es Spaß gemacht zuzuschauen.“

Tore: ten Brink (7), Coquette (7), Halstenberg (5), Finke (3), Tüpker (1), Grewe (1).
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