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Tschüss Landesklasse

Dirk Suppelt (mit Ball) versucht hier durchzubrechen, konnte mit seinen vier Toren die Niederlage des THC aber nicht verhindern. Foto: (Sonja Möller)Das war´s wohl mit der Landesklasse. Nach der 26:31-(14:14)-Niederlage des THC gegen die TSG Burg-Gretesch besteht für die Westerkappelner nur noch eine theoretische Chance, die Liga zu halten. Ernüchterung auf der einen, verhaltener Jubel auf der anderen Seite. Denn auch die TSG muss nach ihrem Sieg zittern, da möglicherweise sogar sieben Teams absteigen. Trotzdem: Der THC würde sich solch eine Perspektive wünschen. „Zu 99 Prozent war das heute der Abstieg“, machte sich Helmich keine falschen Illusionen.

Dabei fing für die Hausherren am Samstagabend eigentlich alles gut an. Trotz des kurzfristigen Ausfalls von Ron Twiehaus (Magen-Darm-Infekt) und Torhüter Jens Barlag (privat verhindert) erarbeiteten sich die THCler in der engen ersten Halbzeit einen Zwei-Tore-Vorsprung, den sie gegen leidenschaftlich spielende Burg-Gretescher verteidigten. „Aber wir haben es nicht geschafft, die Zwei- in eine Drei-Tore-Führung zu verwandeln“, erkannte Helmich das Problem.
Zum Ende der ersten Halbzeit wurde die Partie hitziger, ein Gretescher Spieler kassierte zweimal Zwei-Minuten (28.). Es stand 14:13 für den THC, der diesen Vorteil nicht nutzen konnte. In den kommenden vier Minuten bekamen Pötter und Co. trotz Überzahl zwei Gegentore und erzielten keins. „Solche Situationen entscheiden dann Spiele“, wusste der Coach der Hausherren.

Die TSG witterte ihre Chance. Nach dem Seitenwechsel lief der THC dem Rückstand hinterher und die Gäste bauten ihren Vorsprung von 16:15 auf 19:15 und 21:16 aus (39.). Dabei kaufte der TSG-Torhüter Thorsten Heil den Westerkappelnern mit seiner Regional- und Oberligaerfahrung so manches Mal den Schneid ab. Niklas Tüpker, sonst ein Spieler für die Westerkappelner Außenbahn, versuchte am Samstag, das Spiel aus dem Rückraum zu ordnen. „Das hat mir gut gefallen“, lobte Helmich. Den Gastgebern gelang es trotzdem nicht mehr, den Rückstand zu egalisieren, so dass die TSG am Ende verdient mit 31:26 gewann.

Damit gehen dem THC erneut zwei big points gegen einen Tabellennachbarn flöten. Es fehlte einfach der letzte unbedingte Wille, das Spiel noch zu gewinnen. „Ich hatte den Eindruck, unsere Körpersprache war nicht auf Siegen ohne wenn und aber gepolt“, analysierte Helmich. „Wir haben zum Beispiel über links außen gefühlte zehn Tore kassiert. Da muss ich mich als Deckungsspieler noch mehr reinhängen und einen Schritt mehr machen.“ Doch allein auf den Ausfall von Ron Twiehaus mochte der Coach dies nicht zurückführen. „Klar hat Ron als Alternative gefehlt, aber Jan-Niklas Rieger hat in der Deckung einen guten Job gemacht.“

Verspielt haben die THCler den Klassenerhalt sicherlich nicht am vergangenen Samstag. „Die Tabellensituation haben wir uns während der Saison erarbeitet. Daran war jeder einzelne beteiligt und trägt die Verantwortung dafür“, nimmt Helmich seine Männer in die Pflicht. „Wir waren einfach nicht konstant genug.“

Zu bedenken ist aber, dass der THC fast immer stark dezimiert war. Dirk Suppelt fiel lange aus, Jan-Nicolas-Pötter kam erst im Laufe der Saison in die Mannschaft zurück. Tobias Coquette stand nur in den letzten drei Spielen zur Verfügung. Manuel Schröer fehlte im Saisonendspurt. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen.

Jetzt heißt es für den THC, das kommende Wochenende abzuwarten. Danach steht fest, wer tatsächlich in die Regionsoberliga absteigt. Helmich appelliert schon mal an seine Mannschaft: „Jetzt zu gehen ist eine Entscheidung. Den Abstieg zu korrigieren ist die andere.“

Tore: Halstenberg (6), Pötter (5), Coquette (5), Suppelt (4), Finke (3), ten Brink (2), Grewe (1).
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