Beim Tanz auf der Rasierklinge abgerutscht

Hätten Jan-Nicolas Pötter und Co. das Spiel gegen die TSG Burg-Gretesch gewonnen, hätte der THC die Landesklasse gehalten.Foto: (Sonja Möller)Wer tanzt, zeigt Haltung und Leichtigkeit. Meistens jedenfalls. Der THC Westerkappeln hat in dieser Saison auch getanzt, das hatte allerdings wenig mit Leichtigkeit zu tun, sondern fand eher auf Messers Schneide statt. Seit Anfang der Woche steht jetzt fest: Der Tanz ist verloren, die Mannschaft ist aus der Landesklasse abgestiegen.
Zwei Punkte fehlten am Ende zum Klassenerhalt. „Hätten wir unser letztes Spiel gegen Burg-Gretesch gewonnen, wären wir noch drin“, erläutert THC-Trainer Holger Helmich die bittere Situation. „Das ist höchst ärgerlich, aber am Ende gab es einige Spiele, in denen wir unser Potenzial einfach nicht abgerufen haben.“ Die TSG Burg-Gretesch hält übrigens als Sechstletzter die Klasse.
„Wir wussten schon vor der Saison, dass es ganz eng werden würde“, erinnert sich Helmich, nimmt seine Spieler aber keinesfalls in Schutz: „Ich bin überzeugt, dass wir nicht das gespielt haben, was wir können.“ Die Leistung war zu schwankend. Auf völlig indisponierte Auftritte folgten couragierte Spiele mit unglücklichen Niederlagen oder deutliche Siege. Das Problem: Die so genannten Vier-Punkte-Spiele gegen direkte Konkurrenten gingen allesamt verloren. Der THC schaffte es nicht, sich ins Mittelfeld abzusetzen. Da halfen auch Punkte gegen den Tabellenzweiten wenig.

Es fehlte ein Leitwolf in der Mannschaft. Jemand, der den jungen Spielern Halt gibt. „Wir haben es nicht geschafft, das im Kollektiv aufzufangen“, sagt Helmich und erläutert: „Von Jens Barlag und Dirk Suppelt abgesehen haben wir einen Altersschnitt von 21. Die meisten haben ihre Karriere im Seniorenbereich noch vor sich.“

Helmich musste aber nicht nur ein junges Team zu einer schlagkräftigen Einheit formen. Hinzu kam, dass selten der komplette Kader zur Verfügung stand. Einige Beispiele: Dirk Suppelt fehlte drei Monate, Jan-Nicolas Pötter stieß erst während der Saison zur Mannschaft. Sebastian Heins stand die halbe Spielzeit nicht zur Verfügung ebenso wie Manuel Schröer, der als Bindeglied zwischen Spielern und Trainer fehlte. Hinzu kam in wichtigen Partien der Ausfall von Henning ten Brink.

In der kommenden Saison treten die THCler jetzt also in der Regionsoberliga an. Das Ziel ist klar: Der direkte Wiederaufstieg. „Wer aber glaubt, das wird ein Selbstläufer, der irrt. Das ist eine sehr unangenehme Klasse“, weiß Helmich, dessen Männer auf überwiegend ältere Spieler treffen werden. „Die wollen zeigen, dass sie es noch draufhaben. Das wird nickelig.“

Mehr als sonst wird es deshalb darauf ankommen, sich nicht provozieren zu lassen. Das Sportliche muss im Vordergrund stehen. „Wenn wir das nicht schaffen und uns mit Nebensächlichkeiten beschäftigen, kann das eine ganz unangenehme Erfahrung werden“, prophezeit der THC-Trainer. „Wir müssen unsere Jugendlichkeit und Sportlichkeit gegen die große Erfahrung nutzen.“

Momentan sieht es so aus, als bleibe die Mannschaft größtenteils zusammen. Es gibt weder Zugänge von Außen noch stoßen A-Jugendliche zum Team. Ein Abgang steht allerdings definitiv fest: Henning ten Brink orientiert sich sportlich in der kommenden Saison an seinem Studienort Köln. Nach zwei Trainingsblöcken vor und nach den Sommerferien heißt es für die THCler: Das Parkett ist eröffnet, die Regionsoberliga bittet zum Tanz. Haltung annehmen!
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