Teamgeist ist Trumpf

Jan Marten Schulte vom THC (Mitte) war Teil einer starken Mannschaftsleistung des THC Westerkappeln.Foto: (Uwe Wolter) Eine Mannschaft ist mehr als die Summe ihrer Einzelspieler. Klar kann ein herausragender Handballer einer Partie seinen Stempel aufdrücken und sechs andere laufen mit. Aber worauf es ankommt, was ein Team stark und zu Gewinnern macht, ist der Zusammenhalt. Das ist die Variante des Erfolgs, die der THC Westerkappeln gerade eindrucksvoll zeigt. 23:19 (10:11) gewannen die Männer um Trainer Holger Helmich am Sonntag gegen den SV Quitt Ankum.

Die erste Halbzeit begann ausgeglichen. Keine Mannschaft konnte sich Vorteile erarbeiten. Der THC legte bis Minute zehn vor, Ankum zog nach (4:4). Dann setzten sich die Hausherren auf 7:4 ab (15.), um weitere fünf Minuten später den 9:9-Ausgleich zu kassieren. Die Gäste versuchten, der Partie mit ihrer körperbetonten Spielweise den Stempel aufzudrücken. Zehn Minuten vor der Halbzeit waren dann die Gelben Karten des jungen Schiedsrichtergespanns aufgebraucht und die Offiziellen verteilten Zeitstrafen. Insgesamt 17 Zwei-Minuten-Strafen und drei Rote Karten sind ein deutliches Indiz für die „Nickeligkeit“, wie Helmich es ausdrückte. „Nicht brutal, nur eben stark körperbetont.“ In den folgenden zehn Minuten erspielten sich seine Männer fünf gute Chancen, die sie allesamt vergaben. Doch auch die Gegner konnten ihre Angriffe nicht verwerten. Es war ungefähr zu dieser Zeit, als der THC-Coach so bei sich dachte: „Oh, oh, oh, wenn das mal reicht.“

Mit Timo Halstenberg in der Rückraum-Mitte wechselte Holger Helmich wie angekündigt die Positionen. Henning ten Brink, der in Quakenbrück als zentraler Rückraumspieler arge Probleme mit der offensiven Deckung hatte, rückte nach rechts raus. Links stand Neuzugang Dirk Suppelt. Die Ankumer verteidigten mit einer 6:0-Deckung, wodurch die THCler munter die Positionen wechseln konnten. „Das hat wunderbar geklappt“, freute sich Helmich, hatte aber gleichzeitig Sorge wegen der vergebenen Möglichkeiten. „Zum Ende der ersten Halbzeit war mir klar, dass es nicht reicht, wenn wir so weiter spielen.“ Da lagen die Hausherren 10:11 zurück.

Nach dem Seitenwechsel kam der THC gut aus den Startlöchern. Halstenberg, nach einem Foul leicht angeschlagen, rückte wieder nach rechts, Neuzugang Sebastian Heins wechselte auf die Mitte. Den Westerkappelnern gelang es so, das Spiel auf 14:11 zu drehen (38.). „Diesen Vorsprung haben wir uns nicht mehr nehmen lassen“, war Helmich zufrieden. In der 43. Minute gab es für die Hausherren sogar noch einen Extra-Bonus, als zwei Ankumer nahezu zeitgleich beim Stand von 16:13 vom Feld gestellt wurden. Eigentlich eine Phase, in der der THC das Spiel hätte entscheiden müssen. Doch stattdessen lenkte der Gäste-Torwart ten Brinks Wurf an die Latte, Suppelts Treffer wurde nicht anerkannt und Ankum schaffte in doppelter Unterzahl per Siebenmeter ein Tor. Und es sollte noch schlimmer kommen: Denn kaum war der SV wieder komplett, gelang ihnen der 15:16-Anschlusstreffer. Das war der Moment, in dem der THC ein weiteres Stück zusammenrückte und sich zur Wehr setzte. Die Helmich-Mannen zogen auf 19:15 davon (47.). „Die Führung hatten wir dann sechs Minuten vor dem Abpfiff auf 23:17 ausgebaut“, berichtete Helmich. Ein schöner Sechstore-Vorsprung, den seine Mannschaft nicht bis zum Ende halten konnte. Zwei Treffer durch die erneut dezimierten Ankumer mussten die THCler noch hinnehmen.

„Egal. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben“, ließ Helmich das sprichwörtliche Haar in der Suppe außen vor. „Wunderbar anzusehen“, sieht sich Helmich in seinem Weg bestätigt. Lehrgeld bezahlen musste Niklas Tüpker, der auf Außen einem Ankumer von hinten in den Arm griff und folgerichtig die Rote Karte sah. Der 23:19-Sieg war ein erster Schritt in die richtige Richtung und ein Zeichen an die Konkurrenz: „Wir sind eine Einheit. Wir können auch ohne Leuchtturm in der Mitte gewinnen.“ THC: Schröer (5), ten Brink (4), Heins (4), Halstenberg (3), Suppelt (3), Rieger (2), Schulte (1), Twiehaus (1).
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