Unter die Räder gekommen

Acht Treffer erzielte THC-Spieler Timo Halstenberg für seine Mannschaft. Die hohe Niederlage der Westerkappelner verhinderte das aber nicht.Foto: (Sonja Möller)Eine Niederlage ist kein Beinbruch, ärgerlich wird es nur, wenn sie in ihrem Zustandekommen oder ihrer Höhe völlig unnötig ist - so wie beim THC Westerkappeln am Wochenende. Die Mannschaft von Trainer Holger Helmich kassierte bei der HSG Grönegau-Melle nach einer uninspirierten Leistung ein 25:40 (12:21).
Der THC begann das Spiel gehandicapt: Neben Ron Twiehaus (Fingerverletzung), Sebastian Heins und Maximilian Wiemann (Fußverletzung) fehlten kurzfristig Fabian Praus wegen einer Erkältung und Jens Barlag mit Mandelentzündung. „Die Ausfälle haben sicher zu unserer Leistung beigetragen. Das darf aber keine Entschuldigung sein“, stellte Helmich klar. „Wir haben hier kein überragendes Spiel von Melle gesehen, sondern selbst schlecht gespielt.“
Die Partie beim Landesliga-Absteiger begann ausgeglichen. Nach sechs Minuten stand es 4:3 für den THC. Dann zogen die Hausherren auf 7:3 davon (9.), die Gäste kamen erneut bis auf ein Tor heran (12.) und blieben den Mellern auf den Fersen (9:11, 16.). Bis zum Seitenwechsel vergab die Helmich-Sieben aber drei hundertprozentige Chancen und fand gleichzeitig in der Deckung keine Souveränität. „Bei 21 Gegentoren in der ersten und 19 in der zweiten Halbzeit müssen wir uns fragen, ob wir in der Deckung wirklich alles getan haben“, betonte Helmich.

Beim Stand von 12:21 wechselten die Mannschaften die Seiten. „In der Kabine haben wir uns vorgenommen, den Rückstand zu egalisieren. Dafür wollte jeder sein Bestes geben“, erzählte Helmich. Die Ansprache schien zu wirken. Der THC erwischte einen guten Start, warf drei Tore in Folge zum 15:21 (33.), zudem vereitelte THC-Torhüter Daniel Kellermeyer zwei große Chancen der HSG. „Das war gut anzusehen“, war Helmich zu dem Zeitpunkt noch zufrieden. Doch die HSG Grönegau-Melle schaute sich das Ganze nur kurz an und zog dann in fünf Minuten auf 26:15 davon (37.). Damit nicht genug: In Minute 40 war die Vorentscheidung zugunsten der Hausherren mit 29:16 gefallen. Dem THC gelang es nicht, ein systematisches Zusammenspiel aufzubauen. Stattdessen summierten sich die zu schnellen, und damit erfolglosen Torwürfe und Fehlpässe, die den Gegner zu leichten Treffern kommen ließen. Die Ruhe fehlte bei den Gästen, was das Dilemma noch vergrößerte. „Wenn du dir 30 Tore in 40 Minuten fängst, bäumst du dich nicht mehr auf“, konnte Helmich nachvollziehen, dass die Luft raus war.

Besonders bitter: Jan-Marten Schulte knickte bei einem Tempogegenstoß um und musste mit Verdacht auf Bänderverletzung ausgewechselt werden. „Ein Spiel kannst Du mal verlieren, aber einen Spieler, das ist bitter“, war Helmich geschockt, dem mit Schulte nach Ron Twiehaus´ Verletzung nun ein weiterer Mann in der Defensive fehlt. „Das stabilisiert nicht unbedingt unsere Deckungsarbeit.“

Hoch erhobenen Hauptes konnten die Westerkappelner am Sonntag wahrlich nicht vom Feld gehen. „Wenn das von jedem hundert Prozent waren, haben wir in der Landesklasse nichts zu suchen“, stellte Helmich klar.

Tore: Halstenberg (8), Schröer (5), ten Brink (4), Suppelt (3), Schulte (2), Rieger (2), Finke (1).
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