Zu viele Fehler

Manuel Schröer (Mitte) konnte die THC-Niederlage trotz seiner neun Tore nicht verhindern.Foto: (Sonja Möller) Der TuS BW Lohne war ein schlagbarer Gegner, so viel stand am Sonntagabend fest. Dass der THC am Ende trotzdem 30:35 (13:14) verlor und statt Punkten lange Gesichter behielt, lag an den Fehlern im Spielaufbau und der Verunsicherung im Abschluss.

Die Lohner hatten schnell ein probates Mittel gegen die offensive 5-1-Deckung der Hausherren gefunden: Über Rückraum rechts und links erzielten sie insgesamt 19 Tore. „Besonders ärgerlich ist, dass diese Treffer immer nach einem ähnlichen Schema gefallen sind“, monierte THC-Trainer Holger Helmich kopfschüttelnd. Die beiden Lohner kamen über einfache Laufwege frei aus acht, neun Metern zum Wurf. Keiner griff ein. Die Gäste verstanden es, die THC-Abwehr durch ihr Angriffsspiel in Bewegung zu bringen und so Lücken zu reißen. Ein Mittel, dass die Helmich-Mannen im Gegenzug nicht anwendeten. „Wir haben nur hin und her geworfen. Ohne Stoßbewegung“, resümierte der Trainer. Irgendwann ging der Ball dann ins Aus - oder an den Gegner.

Der THC lief in Halbzeit eins einem Rückstand hinterher, gestaltete die Partie aber ausgeglichen. So kam Timo Halstenberg nach einer Viertelstunde erstmals zum Ausgleich, zweimal Henning ten Brink (27., 28.) und Dirk Suppelt (29.) egalisierten die Führung der Gäste erneut. Bedanken konnten sich die Hausherren bei ihrem Schlussmann Daniel Cutik, der mit seinen starken Paraden den 13:14-Rückstand zur Halbzeit in Grenzen hielt.

Fabian Praus erzielte das 14:14 (31.). Alles war noch drin. Fünf Minuten später stand es aber schon 16:20. „Dirk und ich haben da beide nur den Innenpfosten getroffen und im Gegenzug macht Lohne die Tore“, fand Henning ten Brink den Knackpunkt. Die Hausherren rauften sich nach vergebenen Chancen zu lange die Haare und die Gäste trafen munter weiter. „Da hätten wir mal das Tempo rausnehmen und eine Aktion durchspielen müssen“, stellte Helmich klar. Stattdessen wirkte sein Team kopflos und leistete sich unsinnige Fehler. „Wir sind dafür zu unerfahren. Wir nutzen nicht das, was wir können.“

Möglichkeiten hatten die Hausherren genug: So hätten die THCler mehr über rechts Außen spielen müssen. „Da ging immer was. Doch statt aufzubauen, haben wir zu früh den Abschluss gesucht“, analysierte ten Brink selbstkritisch. „Zudem war beim Einlauf jeder Spieler Sekunden frei, aber das haben wir nicht ausgenutzt“, fand Helmich einen weiteren Ansatzpunkt.

Die Westerkappelner waren bemüht, keine Frage, aber sie wollten zu viel. Und mit jedem Gegentor wuchs die Frustration. Der Mut aber, den Abschluss zu suchen, schwand. Trotzdem war der THC bis zum Schluss dran: „Beim Stand von 27:31 hatten wir noch acht Minuten, um das Spiel zu drehen“, wusste Helmich. Doch nach Timeout kassierten die Gastgeber zwei Tore und drei Zeitstrafen. Zudem sah Florian Finke nach unnützem Foul die Rote Karte. Lohnes Sieg war dann Formsache.

Für den THC trafen: Schröer (9), Halstenberg (7), ten Brink (6), Suppelt (6), Finke (1), Praus (1).
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