Schlimmer geht immer

War mit sechs Toren bester Werfer des THC: Jan-Nicolas Pötter (zweiter von links) konnte die 17:36-Klatsche damit allerdings auch nicht verhindern.Foto: (Sonja Möller) „Ich dachte, nach der Pleite in Friesoythe hätten wir den Tiefpunkt erreicht“, polterte THC-Trainer Holger Helmich nach dem Sonntagsspiel mit einem gehörigen Schuss Galgenhumor los, „aber ich wurde eines Besseren belehrt.“ Helmichs Team ging mit 17:36 (6:20) beim TuS Lemförde unter.

Den Westerkappelnern fehlten mit Bastian Heins, Jan-Niklas Rieger, Fabian Praus und Maximilian Wiemann zwar kurzfristig vier Alternativen, als Entschuldigung für die desolate erste Halbzeit wollte Helmich das aber nicht gelten lassen: „Was wir da abgeliefert haben, ist im Prinzip unerklärlich.“
Der THC fand weder in Angriff noch in Abwehr eine Einstellung zum Spiel und lag bereits nach neun Minuten 0:8 hinten. „Dann musst du entweder ohne wenn und aber das Kämpferherz auspacken, oder du kannst gleich nach Hause fahren“, betonte der Coach und fügte direkt an: „Das hätten wir mal besser machen sollen. Dann wäre uns einiges erspart geblieben.“

Im Angriff gelang den Westerkappelnern wenig. Sie hatten arge Probleme mit dem Spielgerät der Gastgeber, „einer Murmel“, wie Helmich anmerkte. Selbst aussichtsreiche Torgelegenheiten gingen so daneben. Die missglückten Angriffe lähmten alle Mannschaftsteile. Keiner erreichte in den ersten 30 Minuten Normalform, geschweige denn Kampfgeist.
Und als gar nichts lief, kam noch das Pech hinzu: Viermal Aluminium beim Stand von 4:12. „Das nagt natürlich am Selbstvertrauen. Irgendwann hat sich vorne keiner mehr was getraut“, zeigte sich Helmich hier verständnisvoll, zumal auch noch ein „Harzverbot“ herrschte. „Die desolate Leistung in der Deckung kann die Mannschaft aber nicht mit dem Ball erklären.“

Ein Beispiel: Beim Stand von 3:11 in Minute 17 kassierte der TuS Lemförde zwei Zeitstrafen. Eigentlich eine gute Möglichkeit, den Rückstand in Angriff zu nehmen. Stattdessen gelang dem THC das Kunststück, in doppelter Überzahl kein Tor zu erzielen und zwei zu kassieren. „Das war schon demütigend.“ Mit 6:20 ging es in die Kabine.

„Uns war klar, dass wir eine kämpferische Antwort geben mussten“, sagte Helmich. Das gelang seinem Team in den folgenden 20 Minuten auch sehr gut: Sie warfen trotz Disqualifikation von Florian Finke elf Tore, bekamen „nur“ zehn. Zwischenstand: 17:30. „Hätte jeder Normalform gehabt, hätten wir Lemförde auf Augenhöhe begegnen können“, ärgerte sich Helmich hinterher. Nachdem auch Dirk Suppelt nach drei Zeitstrafen disqualifiziert wurde, schraubte der TuS Lemförde den Endstand auf 17:36 hoch. „Nicht unverdient“, wie Helmich anmerkte.

Die Chance, sich ins Mittelfeld abzusetzen, hat der THC damit vertan. „Wir haben jegliche Einstellung vermissen lassen. Ich erwarte jetzt, dass jeder selbstkritisch hart mit sich ins Gericht geht.“ Für Holger Helmich ist die Zeit der Ausreden vorbei. „Ich erwarte von der Mannschaft eine Reaktion.“

Tore: Pötter (6), Schröer (4), ten Brink (2), Schulte (2), Halstenberg (1), Finke (1), Suppelt (1).
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