40 Minuten gut mitgespielt

Für Florian Finke (Mitte) und Jan-Nicolas Pötter (rechts) gibt es hier kein Durchkommen. Foto: (Sonja Möller) Wiedergutmachung hatte THC-Trainer Holger Helmich vor der Partie gegen die HSG Meppen-Twist von seinen Spielern gefordert, die sich dessen Worte offenbar zu Herzen nahmen: Zwar mussten sich die Westerkappelner am Ende mit 28:37 (15:17) geschlagen geben, hielten aber bis in die zweite Halbzeit mit den favorisierten Gästen mit.

„Nach dem Lemförde-Spiel waren wir alle sauer, nicht nur unser Trainer“, beschrieb Timo Halstenberg die Gemütslage in der Mannschaft. Diese Wut im Bauch trieb den THC von Beginn an. Die HSG erarbeitete sich zwar einen Zwei-Tore-Vorsprung (2:4, 3:5), aber Schröer und Co. hielten weiter die Konzentration. Statt überhasteter Abschlüsse spielten sie Angriffe lange aus und trafen sogar meist ins Tor. Auch hinten klappte es beim THC, der die HSG zu Fehlwürfen oder Zeitspielen zwang und im Gegenzug mit 5:5, 6:6 und 9:9 immer dranblieb (16.). Doch dann kam die 20. Minute: Jan-Marten Schulte suchte eine Lücke im Meppener Kreis und traf im Fallen zum 10:10. Doch statt zu Jubeln, blieb der Torschütze liegen. „Nicht schon wieder. Ich flippe aus“, brach es aus ihm heraus und er boxte wütend auf den Hallenboden. Gerade erst hatte Jan-Marten Schulte eine Bänderverletzung im rechten Fuß auskuriert, nun schien diese wieder aufgebrochen: „Es ist der gleiche Schmerz“, sagte Schulte und klang verzweifelt. Das ist bitter. Nicht nur, dass dem THC damit ein wichtiger Spieler ausfällt. „Das ist nicht Jan-Martens erste Verletzung. Allzu lange macht er das nicht mehr mit“, deutete Helmich an, dass der Kreisläufer wohlmöglich seine Handball-Schuhe an den Nagel hängt.

Dirk Suppelt gelang danach das 12:11 (22.), doch dann ließ dessen Team drei gute Möglichkeiten aus. „Wenn wir die Dinger machen, steht es nicht 15:17 zur Pause“, trauerte Helmich den Chancen nach. So mussten seine Männer mit einem Rückstand die Seiten wechseln. Doch statt die Köpfe in den Sand zu stecken, spielten die Hausherren genauso engagiert weiter, vergaben aber in den ersten fünf Minuten zweimal frei vom Kreis und trafen zweimal nur den Pfosten beim Stand von 17:19.

In der 40. Minute dann der Knackpunkt: Dirk Suppelt kassierte eine Zeitstrafe und die HSG erzielte fünf Tore in Folge. „Da war das Spiel gelaufen“, resümierte Helmich beim zwischenzeitlichen 22:30. Seine Männer wurden nervös, schlossen wieder überhastet - und glücklos - ab und im Gegenzug trafen die Gäste. „Jeder will das Beste geben, nur manchmal greifen wir zu den falschen Mitteln“, erkannte Helmich durchaus das Bemühen seiner Mannschaft. Auch Timo Halstenberg fand etwas Positives: „Obwohl wir wussten, dass wir verlieren, haben wir weiter gekämpft. Das ist gut.“

Was bleibt, ist eine Menge Arbeit. 37 Gegentore sind einfach zu viel. „Jeder kriecht auf dem Zahnfleisch und versucht alles rauszuholen“, weiß Helmich. „Es ist schwierig, aber wir müssen weiter zusammenhalten und alles für den Sieg tun.“

Tore: Schröer (6), Pötter (6), Finke (4), ten Brink (3), Halstenberg (3), Rieger (2), Suppelt (2), Schulte (1), Praus (1).
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