„Das muss der Tiefpunkt sein“

Florian Finke (links) traf in Schüttorf nur einmal ins Tor. Das war zu wenig, um den THC am Ende ein Debakel zu ersparen.Foto: (Sonja Möller) Was ist bloß mit dem THC los? Die Mannschaft von Trainer Holger Helmich hatte sich für das neue Jahr so viel vorgenommen. Den Beginn sollte ein Auswärtssieg gegen den FC Schüttorf bringen. Doch statt Punkte kamen die THCler am Samstag als geschlagene Männer zurück: Mit 22:42 (11:18) hatten sie sich vom Tabellennachbarn regelrecht abschlachten lassen. „Das muss der Tiefpunkt der Saison sein“, stand Holger Helmich kopfschüttelnd am Spielfeldrand. Er konnte es kaum fassen.

Die „erste Hiobsbotschaft“, wie Helmich es nannte, brachte die Westerkappelner schon vor Spielbeginn völlig aus dem Konzept: Absolutes Harzverbot. „Da war klar, dass keiner seine Stärken ausspielen konnte“, sagte Helmich und fügte verständnislos an: „Und damit hatte wohl jeder eine Entschuldigung und so sieht dann ein Spiel auch aus. Phasenweise hatte ich den Eindruck, dass wir das Handballspielen verlernt haben.“ Zum Laufen und Kämpfen benötige man kein Harz. Den Gästen fehlten Ron Twiehaus (Fußverletzung), Fabian Praus (Schulterverletzung), Jan Marten Schulte (langzeitverletzt) sowie Niklas Tüpker (privat). Der Beginn war zwar ausgeglichen, aber Schüttorf legte immer vor. Nachdem dem THC ein Tor wegen technischem Fehler nicht anerkannt wurde, gingen die Hausherren erstmals mit zwei Toren in Führung.

In Minute acht dann die erste entscheidende Szene: Beim Stand von 4:5 vergab der THC zwei freie Torgelegenheiten von der Kreismitte. Kurz drauf gelang Schüttorf nach einem Pfostentreffer von Sebastian Heins sowie einem Passfehler das 9:5 (14.).

„Da war aber noch alles drin“, betonte Helmich. Denn die Schüttorfer mussten nacheinander zwei Zeitstrafen absitzen. Doch statt selbst zu treffen, erhöhten die Hausherren auf 14:7 (21.).

„Danach haben wir uns kurz aufgebäumt. Die vielleicht beste Phase des Spiels“, blitzte bei Helmich Hoffnung auf.

Dessen Männer spielten gegen eine 5:1-Deckung konsequente Übergänge an den Kreis. Kurz vor dem Seitenwechsel stand es 11:16. Dann versemmelte der THC aber eine hundertprozentige Chance. Im Gegenzug trafen die Hausherren noch zweimal zum 11:18-Halbzeitstand. „Das war wohl der Knackpunkt. Die Gegenwehr war gebrochen“, resümierte Holger Helmich, dessen Team sich danach seinem Schicksal ergab.

Die THCler ließen gute Möglichkeiten ungenutzt, während die Schüttorfer nur noch abstauben mussten. Zwischenstand: 12:22 (35.). Selbst eine kurze Schwächephase des Gegners nutzte der THC nicht zur Ergebniskorrektur.

„Die letzte Viertelstunde war dann demütigend“, beschreibt Helmich. „Wir haben im Angriff völlig den Faden verloren.“ Entweder hielt der Schüttorfer Schlussmann einen verzweifelten Torwurf der Gäste, auf den ein erfolgreicher Tempogegenstoß folgte. Oder ein direkter Fehlpass der Westerkappelner führte zum Gegentreffer. „6:16 in den letzten 20 Minuten sprechen eine deutliche Sprache“, war Helmich restlos bedient. Der TV Schüttorf seinerseits zog das Spiel gnadenlos bis zum Ende durch.

Holger Helmich brauchte nach dem Abpfiff einige Zeit, um sich zu sammeln. Eine 22:42-Klatsche steckt keiner einfach so weg. „Ich bin überzeugt, dass wir das Handballspielen nicht verlernt haben, dass wir da herauskommen. Aber jeder einzelne steht jetzt in der Pflicht“, appellierte der THC-Trainer an seine Mannschaft. Die Kohlen aus dem Feuer holen muss diese allerdings selbst.

Tore: Schröer (7), Pötter (5), Suppelt (4), Heins (2), ten Brink (1), Halstenberg (1), Finke (1), Rieger (1).
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