file 9

Mit Spaß und Moral zum Erfolg: THC-Coach Henning ten Brink (liegend) übergibt die weibliche A-Jugend nach zwei Kreismeistertiteln und zwei Aufstiegen nach drei Jahren an seine Nachfolgerin Tatiana Vanessa de Sousa Carneiro.Foto: (Sonja Möller)Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie schöner wohl nicht hätte geschrieben werden können. Drei Jahre ist es jetzt her, da übernahm Henning ten Brink die weibliche B-Jugend des THC. Mit einem Torverhältnis von minus 200 kraxelten die Mädchen im Tabellenkeller der Kreisliga herum. Doch der Bürener, zuvor Trainer beim Ligakonkurrenten HSG Lotte, erkannte ihr Potenzial. „Mir war klar, dass ich hier eine Menge herausholen kann“, erinnert er sich - und sollte damit Recht behalten.

Henning ten Brink gelang es, den Nachwuchstalenten den Spaß am Handball zurückzugeben. „Die Trainingsmoral war von Beginn an super. Freitags waren immer alle da“, war der neue Coach direkt beeindruckt. Angefangen hat er dann mit ganz einfachen Sachen. „Beim Fangen und Werfen habe ich die Mannschaft abgeholt.“ Danach standen Spielzüge, das Zusammenwirken am Kreis oder mannschaftstaktische Sachen auf dem Programm. „Das kann man in der Kreisliga sehr gut lernen, da verschleppen die Gegner das Spiel meist nur.“

Nach seiner aktiven Zeit als Handballer unter anderem bei der HSG Nordhorn beeinflussten die dort gesammelten Eindrücke seine eigene Handschrift als Trainer. Da gab es zum Beispiel Patrick Liljestrand, der jetzt den Bundesligisten Nettelstedt trainiert. „Der hat eine wahnsinnige Ruhe ausgestrahlt und uns motiviert, obwohl er nichts gesagt hat“, erzählt ten Brink und fügt augenzwinkernd hinzu: „Ich bin da als Typ eher impulsiver.“ Oder Thorsten Leissink, der den heute 24-Jährigen in der B-Jugend bei der HSG Nordhorn coachte. „Von ihm habe ich viel über Disziplin und Motivation gelernt.“

Aus all diesen Eindrücken formte Henning ten Brink seinen persönlichen Stil, der genau zu den THC-Mädchen passte. „Henning kann gut reden, uns gut motivieren“, erzählt Nele Baller. „Und er vermittelt uns Selbstbewusstsein.“ Torfrau Dörthe ten Brink bekam beispielsweise erstmals ein extra Torwarttraining.

Mit dem Trainingsfleiß kam der Erfolg zurück: „Und dann machte es wieder Spaß. Plötzlich waren wir oben“, weiß Ann-Kathrin Rieger noch genau. Zwei Kreismeistertitel hintereinander, dazu einen Platz beim Qualifikationsturnier um den Aufstieg in die Landesliga. Alle Achtung!

2008 gelang der weiblichen A-Jugend dann erstmals der Sprung in die nächst höhere Spielklasse, den sie in diesem Jahr wiederholten.

Von null auf hundert - wie geht das? Ein absoluter Pluspunkt der THClerinnen ist sicherlich der Zusammenhalt im Team: „Wir sind alle befreundet. Bei uns gibt es keinen Stress während oder nach den Spielen“, sagt Josefine Praus. Einer ist für den anderen da. „Das ist nicht so wie in anderen Mannschaften, in denen sich die Spieler noch auf dem Feld angiften.“ Zickereien, das ist nichts für die Westerkappelnerinnen.

Wenn mal ein Spiel nicht so läuft, dann ist das kein Beinbruch. „Henning ist immer ruhig geblieben und hat nie irgendwelche Launen an uns ausgelassen. Er war einfach immer da“, stellt Luisa Lichtenstein im Namen ihrer Teamgefährtinnen die Rolle des Trainers heraus. „Er war der Motivierteste.“

Nach drei Jahren ist jetzt aber Schluss. Die Küken sind quasi vom Haken gelassen. „Ich habe gemerkt, dass neue Impulse nicht schlecht wären“, meinte Henning ten Brink und sprach Tatiana Vanessa de Sousa Carneiro an. Die Frau mit dem klangvollen Namen spielt seit einigen Monaten bei den THC-Damen. „Von ihrer Erfahrung kann die Mannschaft nur profitieren“, freut sich ten Brink. Dessen Nachfolgerin war sogar portugiesische Nationalspielerin.

Mit der 25-Jährigen weht ein neuer Wind durch die Dreifachsporthalle. „Ich bin ein bisschen härter als Henning. Das ist für viele sicher erstmal schwierig“, erzählt de Sousa Carneiro lachend. Es war eine Umstellung - sicher. Anders sei Tatiana. Strenger. „Aber vor allem auch temperamentvoll und megalustig“, wie Carolin Giese sagt. Es scheint erneut zu passen.

„Das war mein Anliegen. Die Mannschaft sollte auch ohne mich weiterkommen“, betont ten Brink, der so oft wie möglich bei den Heimspielen mitfiebert. „Die sind noch jung und haben viel Potenzial. Das sollen sie ausnutzen, wenn sie Lust dazu haben“, gibt er seinen Schützlingen mit auf den Weg. „Es ist anstrengend, aber es lohnt sich.“
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok