Kein Sieg zum Geburtstag

Hatte sich seinen 19. Geburtstag sicher anders vorgestellt: Jan Nicolas Pötter machte sieben Tore, konnte die Niederlage seiner Mannschaft aber nicht verhindern. (Foto: Sonja Möller)War das jetzt eine gelungene Heimspielpremiere oder doch leichtfertig vergebene zwei Punkte ? Klar, der THC hat am Sonntag 26:32 (13:16) gegen die HSG Meppen-Twist verloren, auf den ersten Blick weniger toll. Doch beim näheren Hinschauen ergibt sich ein anderes Bild: Da waren zum Beispiel die fünf verworfenen Siebenmeter auf Seiten der Hausherren. ?Wären die drin gewesen, sähe die Sache schon anders aus?, orakelte THC-Trainer Holger Helmich. Zudem viele Pfosten- und Lattentreffer. Der heimische Vertreter in der Landesklasse bot der HSG ordentlich Paroli. ?Leider haben wir nicht gewonnen?, brachte Helmich es auf den Punkt. ?Das 26:32 ist aber deutlicher als der Spielverlauf.?

Für einen THCler war es ein ganz besonderes Spiel: ?Happy birthday, lieber Nico?, sangen die Zuschauer vor Spielbeginn, als Jan Nicolas Pötter die Halle betrat. Seinen 19. Geburtstag wollte der Rückraumspieler eigentlich mit einem Sieg krönen. Denn ?der Zusammenhalt beim THC ist etwas ganz besonderes. Das macht diesen Verein aus.? Pötter war mit sieben Treffern bester Werfer und einer der prägenden Akteure, der mit dem 3:2 seine Mannschaft erstmals in Führung schoss (7.). Im Gegenzug parierte THC-Schlussmann Jens Barlag und schickte mit einem hohen weiten Ball Timo Halstenberg auf die Reise. Der Rechtsaußen flitzte Richtung Tor, angelte sich den Ball in vollem Lauf aus der Luft und ließ dem Meppener Schlussmann keine Chance. Ein Treffer, bei dem manchem Zuschauer vom Zusehen schwindelig wurde. Die Partie war eng, weder die Westerkappelner noch die Meppener schafften es, sich abzusetzen. Treffer von Pötter machten die Gäste-Führung zweimal zunichte. Doch die HSG Meppen-Twist blieb dran, kam besser ins Spiel und traf viermal in Folge. Souverän ist allerdings anders. ?Zurück, zurück?, befahl der HSG-Torwart sein Team immer wieder in die Defensive, sobald ein Westerkappelner den Ball hatte. In der Abwehr wackelten die Gäste, dort war die HSG zu schlagen. Das nutzte der THC bei Tempogegenstößen clever aus.

Mit 13:16 wechselten die Teams die Seiten. Noch war nichts verloren: Jens Barlag parierte den ersten Angriff der Meppener, im Gegenzug traf Henning ten Brink. Pech hatte Neuzugang Fabian Praus, der zwar stets den Abschluss suchte, aber nur Latte, Pfosten, Torwart oder daneben traf. Zum Haareraufen. Doch der 20-Jährige gab nicht auf und durfte in der 38. Minute endlich jubeln: Er verkürzte auf 15:20.

Beständig kämpfte sich die Helmich-Sieben auf zwei Tore heran und hielt diesen Abstand bis zur 45. Minute. Dann verließen die Hausherren die Kräfte und die HSG Meppen-Twist warf sechs Tore in Folge. Treffer von Praus, Pötter und Halstenberg konnten die Niederlage nicht mehr abwenden.

?Wir haben das Ding in der Abwehr verloren?, analysierte Geburtstagskind Pötter kritisch. ?Wir wollten unser Ding durchziehen, haben in der ersten Halbzeit gut gekämpft, doch ab der 40. Minute haben uns die Kräfte gefehlt.?

Dessen Coach machten besonders die erneuten Verletzungen Sorgen: ?Wirklich bitter ist, dass sich Fabian Praus in der 59. Spielminute erneut den Finger verdreht hat. An dieser Verletzung laboriert er bereits seit Wochen.? Er war nicht der einzige: Tobias Coquette fiel so unglücklich auf sein Knie (41.), dass eine Wunde wieder aufplatzte, mit der er im vergangenen Jahr vier Monate zu kämpfen hatte.

Dadurch hielten sich die Wechselmöglichkeiten für Helmich in Grenzen. ?Wir hatten 10,5 Mann auf der Bank, die 14.? Der Westerkappelner Rückraum musste gar durchspielen. Zwar fand Helmich sein Team zu passiv bei Tempogegenstößen. ?Da hätten wir das eine oder andere in der Deckung besser machen müssen.? Trotzdem: ?Insgesamt war es ein ausgeglichenes Spiel. Ein Schritt in die richtige Richtung.?
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