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Auf Augenhöhe mit Tabellenführer

Auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer: Der THC, hier mit Manuel Schröer (am Ball) und Jan Nicolas Pötter, wehrte sich bis zum Schluss gegen die 28:32-Niederlage. (Foto: Sonja Möller)Das hatte sich die HSG Osnabrück wohl anders vorgestellt: Der Tabellenführer der Landesklasse Weser-Ems erwartete am Samstagabend den THC Westerkappeln zum Lokalderby und wollte dabei die zwei Punkte anscheinend im Vorbeigehen mitnehmen. Einfach machten es die Spieler von THC-Coach Holger Helmich der HSG aber nicht. Stattdessen präsentierte sich die Westerkappelner Sieben auf Augenhöhe: Mit 28:32 (16:17) mussten sie sich zwar geschlagen geben. ?Die vier Tore Unterschied sind aber zu deutlich?, fand THCler Henning ten Brink zu Recht.

Die Zuschauer sahen von Beginn an ein spannendes Handball-Spiel. Die Helmich-Mannen nahmen die Partie sofort in die Hand. Ein verwandelter Siebenmeter von Jan Nicolas Pötter und ein Tor von Henning ten Brink brachten die 2:0-Führung. Zwar kamen die Osnabrücker zum Ausgleich, doch postwendend legte Manuel Schröer nach (4.). Der 25-Jährige bildete mit Pötter und ten Brink den Rückraum. ?Meine Hoffnung war, Jan Nico nach der ersten Hälfte vom rechten in den linken Rückraum zu stellen?, sagte Helmich. Da Manuel Schröer rechts durch Claas Draiger komplett abgemeldet war, musste Pötter aber wieder zurück. Tobias Coquette konnte trotz seiner Knieverletzung auflaufen. ?Tobi hat viermal von Außen getroffen. Eine gute Quote?, lobte Helmich. ?Da kommt kein Druck rein. Ich will mehr Bewegung?, trieb Jan Nicolas Pötter seine Mitspieler beim Stand von 6:6 an (10.). Und tatsächlich: Die Gastgeber waren in der Abwehr verwundbar. Dort wirkten sie teils nervös und kassierten Zeitstrafen und Siebenmeter.

Die Auszeit brachte den Osnabrückern auch nicht viel. Danach ging der THC fünfmal in Führung, die der Gegner zwar stets ausglich, aber nicht drehen konnte. ?Die HSG hat sich das Spiel einfacher vorgestellt?, traf Helmich ins Schwarze. Vermutlich rechneten die Hausherren mit einer souveränen Halbzeit-Führung. Davon war der haushohe Favorit zwei Minuten vor der Pause jedoch weit entfernt. Denn plötzlich fand er sich in doppelter Unterzahl wieder.

Schröer und Co. behielten in dieser hitzigen Phase die Nerven, was nicht selbstverständlich war. Zwar kassierte Ron Twiehaus wegen Meckerns unnütz eine Zeitstrafe und der THC in Überzahl den 16:16-Ausgleich (30.), aber Tobias Coquette brachte die Gäste mit den Halbzeitpfiff in Front.

Die Partie nahm nach dem Seitenwechsel weiter Fahrt auf. Es blieb eng, die Gäste bissen sich durch: Nachdem THC-Schlussmann Jens Barlag einen Siebenmeter gehalten hatte (41.), schaffte dessen Team sogar einen Zwei-Tore-Vorsprung. Hier gab keiner das Zepter aus der Hand.

In der 46. Minute machte die HSG dann das, was Favoriten manchmal tun: Sie legte den Schalter um, brachte erfahrene Spieler und warf fünf Tore in Folge. Der THC, personell immer noch stark dezimiert, konnte dem nichts mehr entgegen setzen. ?Wir hätten Fabian Praus und seine Stärke in Eins-gegen-Eins-Situationen gut gebrauchen können?, vermisste Helmich seinen Rückraumspieler, der an einer Verletzung am Finger laboriert.

Zwar kämpften sich die Westerkappelner nochmals bis auf zwei Tore heran (54.). Am Ende war es dann aber doch so, wie es vorab viele erwartet hatten: Der Favorit behielt die Punkte und schickte den THC mit leeren Händen und dem Wissen nach Hause, auch gegen Spitzenteams mithalten zu können. ?Anscheinend brauchen wir ein Polster an Minuspunkten, bevor wir unsere Leistung abrufen?, sagte Helmich mit einem Augenzwinkern, der hochzufrieden mit seiner Mannschaft war: ?Darauf lässt sich aufbauen. Das war absolut positiv, wir waren ebenbürtig.?
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