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Mit Frust hin - mit Frust zurück

Timo Halstenberg war einer der noch fitten Spieler des THC, der in Meppen auflaufen konnte. Zwei Tore waren seine Ausbeute beim 26:33. (Uwe Wolter)Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch war der THC Westerkappeln am Samstagabend nach Meppen gefahren, mit dieser Wut im Bauch kehrten die Westerkappelner Handballer aber auch wieder zurück. Dabei ärgerte weniger die klare Niederlage (26:33), als vielmehr die äußeren Umstände.

Schon im Vorfeld des Spiels beim Tabellendritten war die personelle Situation im THC-Lager äußerst angespannt. Dann meldete sich auch noch Jan-Niklas Rieger erkrankt ab, Henning ten Brink hätte erst verspätet anreisen können. So bat der THC um Verlegung des Spiels, doch die Meppener verweigerten sich. So war das Team von Trainer Holger Helmich also gezwungen ins Emsland zu fahren - mit sieben fitten Spielern. Und dann herrschte in der Stadtsporthalle auch noch absolutes Harzverbot - doch der Gastgeber scherte sich darum selbst gar nicht. ?Dieser Umstand interessierte die Schiedsrichter allerdings nicht?, mokierte sich THC-Coach Holger Helmich. Entsprechend unkonzentriert waren auch die ersten Aktionen der THCler. Gleich drei klare Torchancen blieben in der Anfangsphase ungenutzt. Nach acht Minuten führte Meppen mit 4:0, alles sah nach einem Debakel aus. Doch auch die Gastgeber waren nicht ganz bei der Sache und ließen erkennen, dass sie nicht unantastbar sind. Nach 15 Minuten gelang den Westerkappelnern der 6:6-Ausgleich. ?Die linke Angriffsseite mit Coquette und Pötter war hier besonders erfolgreich?, so Holger Helmich nach dem Spiel. Obwohl Meppen auf offene Deckung gegen Jan-Nikolas Pötter umstellte, ging es ausgeglichen weiter. Der THC ging in Führung und führte kurz vor dem Seitenwechsel mit 13:11. Aber die HSG traf zweimal etwas glücklich und glich noch zum 13:13 aus. Henning ten Brink, der erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit in Meppen eingetroffen war, erzielte dann aber doch noch die 14:13-Pausenführung für den THC.

?Alles in allem schlugen sich die verbliebenen Spieler in der ersten Halbzeit hervorragend und die Stimmung war durchaus so, als wolle man für die große Überraschung sorgen?, beschrieb Helmich die Lage nach dem Seitenwechsel. Und der THC konnte nachlegen und erzielte das 15:13. ?Dann aber erzielte Meppen vier Tore in Folge, so dass wir ab diesem Zeitpunkt im Prinzip diesem Rückstand hinterher gelaufen sind?, sagte Helmich später. So langsam machte sich in den Reihen der jungen Westerkappelner Truppe zusätzlich der Kräfteverschleiß bemerkbar.

Dennoch konnte sich Meppen zunächst nicht entscheidend absetzen. Zehn Minuten vor Ende der Partie führte der Favorit nur mit 25:22. Dann aber sah Jan-Nikolas Pötter wegen eines Foulspiels direkt die rote Karte. ?Es ist ärgerlich, dass in zahlreichen Situationen gegen Jan-Nikolas die entsprechende regelgerechte progressive Bestrafung allzu oft ausbleibt und dann ein sicherlich etwas ungestümes aber nicht gesundheitsgefährdendes Einschreiten direkt zur Disqualifikation führt?, machte THC-Coach Holger Helmich seinem Ärger Luft.

So hatte der THC in der Schlussphaase nicht mehr viel zu bestellen und kassierte eine ?in der Höhe etwas zu deutlich ausgefallene Niederlage? (Helmich).

Wie so oft in den vorangegangenen Spielen offenbarten die THC-Akteure auch in Meppen wieder eine eklatante Siebenmeterschwäche. Fünf Strafwürfe blieben ungenutzt. ?Schade, wenn wir diese genutzt hätten, hätte das Ergebnis sicherlich dem Spielverlauf entsprochen?, resümierte Holger Helmich nach Spielschluss und machte seinen Jungs noch ein großes Kompliment. ?Alle haben toll gekämpft und alles versucht, was am Ende aber nicht ganz gereicht hat.? Ein Sonderlob verteilte der Trainer noch an Torhüter Daniel Kellermeyer, der den fehlenden Jans Barlag bestens vertrat: ?Der Daniel hat ohne wirkliche Spielpraxis und als Jüngster im Team seine Sache wirklich gut gemacht und in einigen Situationen neben den Bällen, die er halten musste, weitere gute Paraden gezeigt.? Nun bleibt zu hoffen, dass sich bis zum nächsten Spiel am kommenden Samstag daheim gegen Spitzenreiter HSG Osnabrück (20 Uhr) die Reihen wieder füllen, so dass vielleicht dann wieder eine ähnlich Leistung wie kürzlich gegen Eicken abgerufen werden kann.

Für den THC trafen: Coquette (9), Pötter (7), ten Brink (6), Halstenberg (2), Schulte (1) und Twiehaus (1)
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