Sieg mit Beigeschmack

Manuel Schröer war mit vier Toren am klaren Westerkappelner Sieg gegen die Reserve des TV Georgsmarienhütte beteiligt.Foto: (Sonja Möller)Der THC hat am vergangenen Sonntag sein vorletztes Heimspiel gegen den TV Georgsmarienhütte 2 klar mit 30:20 (14:10) gewonnen. Ein Erfolg, mit dem die Mannschaft die vielleicht entscheidenden Punkte für den Verbleib in der Landesliga Süd eingefahren hat. Der Abstand zum Drittletzten beträgt jetzt drei Punkte. Bei zwei noch ausstehenden Spielen eine durchaus machbare Aufgabe für die Westerkappelner. Die Sieben von Coach Holger Helmich hätte also jubeln können, sich in den Armen liegen und mit den Zuschauern feiern. Stattdessen: Gespenstische Stille in der Dreifachhalle. Die THCler griffen sich nach Abpfiff sofort ihre Taschen und verschwanden mit gedämpften Stimmen in der Kabine.
Der Grund: Jan-Nicolas Pötter, bis dahin überragender Spieler des THC mit insgesamt acht Toren, geriet in der 50. Minute mit dem gegnerischen Torwart Jörg Schwendtner aneinander. Es kam zu Tätlichkeiten und die Spieler konnten nur mit Mühe getrennt werden. Die Schiedsrichter schlossen daraufhin beide Akteure von der Partie aus.

Bis dahin war das Spiel zwar keine handballerische Glanzleistung. Der unbedingte Wille zum Erfolg aber war bei der Helmich-Sieben klar zu erkennen. Zu Beginn vergaben die Gastgeber noch einige Chancen. Die Georgsmarienhütter gingen 3:1 in Führung, die Manuel Schröer ausglich (8.). Danach zogen die Hausherren mit 7:4 vorbei, ließen die Gäste aber nochmals auf 7:7 herankommen (18.). Christoph Giese und Timo Halstenberg legten nach und Fabian Praus schoss in Unterzahl das wichtige 11:8 (24.). Direkt nach der Westerkappelner Auszeit (30.) traf Pötter zum 14:10-Halbzeitstand.

?In der Kabine haben wir uns vorgenommen, den Vorsprung auszubauen?, berichtete der THC-Coach. Bei der Umsetzung hatten dessen Spieler erst noch Probleme: Nach zwei Toren von Timo Halstenberg kamen die Gäste in Unterzahl auf 16:15 heran (38.). Abermals war es Jan-Nicolas Pötter, der sich in eine gute Schussposition brachte. Der 19-Jährige war einer, der den Siegeswillen verkörperte. Die offensive Deckung der Gäste schien ihn nur noch mehr herauszufordern.

Doch dann kam die 50. Minute, die Helmich wie folgt zusammenfasste: ?Zwei Hitzköpfe treffen aufeinander und die Situation eskaliert.? Passieren dürfe dies einem Spieler jedoch nicht. Egal, von wem die Situation ausgegangen sei. ?Man muss sich grundsätzlich im Griff haben. Das ist nicht zu entschuldigen. Jan-Nicolas schwächt damit die ganze Mannschaft?, ist Helmich fassungslos. Nicht nur musste der THC, wie die Reserve der Georgsmarienhütter, in Unterzahl zu Ende spielen. Diese Strafe zieht eine möglicherweise lange Sperre nach sich. ?Diese Saison spielt Jan-Nico nicht mehr?, schwante Helmich bereits Böses. Nach der Knieverletzung von Tobias Coquette der nächste personelle Schlag.

Nach dem Tumult kippte die Stimmung - allerdings nicht ins Negative. Beide Mannschaften bewiesen Charakter: ?Wir wollten die Partie ruhig und sportlich runterspielen?, betonte Christoph Giese. Das klappte: Die Gastgeber zogen diszipliniert auf 28:18 (53.) und 30:19 (55.) davon.

?Für das Ergebnis können wir uns bei Jens Barlag bedanken?, zollte Helmich seinem Schlussmann Respekt. Vor der Partie war fraglich, ob der THC-Keeper überhaupt pünktlich in Westerkappeln sein kann. Tags zuvor weilte Barlag noch in München. Am Sonntag trieb er den gegnerischen Kreisläufer mit seinen Abwehrmanövern dann nahezu zur Verzweiflung.

Den Klassenerhalt endgültig perfekt machen können die Westerkappelner bereits am kommenden Samstag: Da bestreiten sie ihr letztes Heimspiel gegen BW Lohne und haben vielleicht dann endlich Grund zum Jubeln.

THC Westerkappeln: Barlag, Cutik - Schröer (4), Bollmann, Schulte, Twiehaus, Finke, Halstenberg (7), Pötter (8), ten Brink (6), Praus (4), Giese (1), Rieger, Kellermeier.
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