THC-TRainer Holger Helmich (vierter von links) kann erneut für die Landesklasse planen. Ob Henning ten Brink (dritter von links) dann noch dabei sein wird, ist fraglich.Foto: (Uwe Wolter)„Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen.“ Manuel Schröer ist erleichtert. Der Mannschaftskapitän des THC Westerkappeln spielt auch in der kommenden Saison mit seinem Team in der Landesklasse Weser Ems. Der viertletzte Tabellenplatz reichte zum Klassenerhalt, nachdem die Spielvereinigung Eicken beide Relegationsspiele gewonnen hatte und damit als dritter Aufsteiger feststand. „Es war wackelig“, sagt Schröer.

Zittern bis zum Schluss, das hatte sich der THC vor der Saison ganz anders vorgestellt: Ziel war ein Platz im oberen Tabellendrittel. Stattdessen bremsten hartnäckige Verletzungen die Euphorie der Mannschaft. Nicolas Bollmann war die halbe Saison verletzt. Fabian Praus fiel immer wieder aus und fand keinen Rhythmus. Florian Finke hatte Probleme mit der Achillessehne. Acht bis zehn Wochen Pause. Diese Liste lässt sich beliebig weiterführen. „Unser Kader ist recht dünn. Es gab wenig Alternativen“, resümiert Holger Helmich. Der THC-Trainer musste zudem Manuel Schröer für zwei Monate entbehren. Für den rechten Rückraum ein herber Verlust. So konnten sich die Westerkappelner nie aus dem Abstiegssog verabschieden. Und das, obwohl die Liga eigentlich ausgeglichen war. „Bis auf die letzten beiden Mannschaften hatten alle ein ähnliches Niveau“, sagt Helmich. Doch seinem Team gelang es nicht, die Ausfälle zu kompensieren. „Es wäre jetzt zwar einfach, alles auf die Verletztenmisere zu schieben, aber das ist es nicht allein“, betont er. Als eingeschworene Einheit hätte Helmichs Team wohl über Motivation und Zusammengehörigkeit einiges auffangen können. Doch anstatt sich im Training auf die neue Situation einzustellen, ließ die Beteiligung zu wünschen übrig. „Wochenlang waren nur vier bis fünf Leute beim Training. Das war sehr schade“, erzählt Manuel Schröer.

Mit den - teils unglücklichen - Niederlagen kam dann der Frust. „Es gab Differenzen im Team, die sich hochgeschaukelt haben“, erzählt Henning ten Brink. Statt eine eingeschworene Einheit zu bilden, kritisierten die THCler sich untereinander. „Sich selbst Fehler einzugestehen ist schwer. Bei Erfolglosigkeit sucht man zuerst bei den anderen“, weiß auch Helmich. „Diese Entwicklung war nicht förderlich, sondern hat uns geschwächt.“

Eine entscheidende Kleinigkeit: „Es waren ein paar Zehntel, die wir für den Erfolg gebraucht hätten. Entweder gewinnst du, weil du spielerisch überlegen bist. Oder du drückst der Partie mit Motivation und Mannschaftsgeist den Stempel auf.“ Beides misslang den Westerkappelnern, obwohl das Potenzial in der Mannschaft steckte. „Wir hätten mehr erreichen können“, ist sich auch Schröer sicher.

Holger Helmich hat mittlerweile mit allen Spieler einzeln gesprochen. Ein Abschluss mit der Mannschaft ist geplant. Bis zu den Sommerferien läuft das Training normal weiter. Dann ist die Dreifachhalle für drei Wochen geschlossen. Der THC-Coach plant Ausdauer-, Konditions- und Sprinteinheiten im Freien. Am 28. Juli gastiert der TV Emsdetten für ein Freundschaftsspiel in Westerkappeln.

Wie die Mannschaft des THC dann aussieht, steht noch nicht fest. „Der Verbleib in der Landesklasse ist ein Argument, weiter für uns zu spielen und eventuell längere Anfahrtswege auf sich zu nehmen“, ist der Trainer froh, die Klasse gehalten zu haben. Trotzdem: In Henning ten Brink, Jan-Nicolas Pötter und Tobias Coquette stehen drei Leistungsträger auf dem Absprung. Henning ten Brink will in Köln oder Bielefeld studieren. Jan-Nicolas Pötter beginnt seine Ausbildung entweder in Münster oder Köln und Tobias Coquette plant seinen Umzug nach Münster, wo er schon länger arbeitet. „Wenn alle drei gehen, reißt das ein Loch in Deckung und Angriff“, kennt Helmich die Bedeutung des Trios. Neue Spieler sind aber schon in Sicht: In Niklas Tüpker und Niels Gröne wechseln zwei talentierte Nachwuchskräfte von Mettingen zurück nach Westerkappeln. Holger Helmich freut sich auf die neuen Leute: „Beide sind extrem jung und haben sicherlich mit der Umstellung in den Seniorbereich zu kämpfen, doch sie haben Potenzial.“ Zudem steht Jan Niklas Rieger im THC-Kader. Der 19-Jährige ersetzte den verletzten Tobias Coquette bereits mehrfach auf Linksaußen. „Jan Niklas muss ich positiv hervorheben. Er hat Tobias Ausfall mit Effektivität und Fitness super kompensiert“, ist Holger Helmich voll des Lobes. Eine weitere Stütze ist der Kapitän, der dem THC die Treue hält. „Ich bleibe“, sagt Manuel Schröer.

Die Differenzen sind ausgeräumt, die Liga ist gehalten, jetzt liegt es an den Spielern, sich auf die neue Saison einzustimmen. Das große Zittern am Ende möchte wohl keiner mehr erleben.
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