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Adrenalinschub nach Roter Karte 

Am erneuten Heimsieg der THC-Handballer war Manuel Schröer (links) mit sechs Treffern beteilgt. Hier setzt er sich erfolgreich gegen die Lohner Abwehr durch. (Foto: Sonja Möller);desc=Am erneuten Heimsieg der THC-Handballer war Manuel Schröer (links) mit sechs Treffern beteilgt. Hier setzt er sich erfolgreich gegen die Lohner Abwehr durch. (Foto: Sonja Möller)Sieht ein Handballer bei der dritten Zeitstrafe die Rote Karte, muss er duschen gehen. Dies kann eine Mannschaft schwächen, besonders wenn Leistungsträger gehen müssen. Ein Feldverweis kann aber auch genau zum richtigen Zeitpunkt kommen: Der Rest der Sieben bäumt sich in diesem Fall gegen die scheinbare Ungerechtigkeit auf und nutzt das freigesetzte Adrenalin, um die Partie für sich zu entscheiden.

Der THC Westerkappeln durfte dieses Gefühl am Samstagabend gleich zweimal erleben. Nach roten Karten gegen Jens ten Brink und Timo Halstenberg bezwang der Gastgeber den TuS BW Lohne in einer spannenden Schlussphase mit 34:31 (18:19). In der ersten Halbzeit war die Partie ausgeglichen. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. In der zwölften Minute schafften die Helmich-Mannen einen Zwei-Tore-Vorsprung auch in Unterzahl zu halten. Über 9:7, 10:8 und 12:10 knallte Jan-Nicolas Pötter den Ball zum 13:10 in die Maschen (19.). Der 18-Jährige war am Samstag einer der prägenden Akteure. Im Tor der Hausherren stand Lutz Kreienbrok, der die Führung mit einigen Glanzparaden in Westerkappelner Hand hielt. Nach dem 16:13 durch Nicolas Bollmann erkämpften sich die Lohner Spieler mit vier Toren in Folge die Führung. „Wir nutzen unsere Chancen nicht konsequent genug“, kennt THC-Coach Holger Helmich die Ursache. Bei den Gastgebern häuften sich Fehlwürfe aus aussichtsreicher Position. Zwar schafften die Hausherren dreimal hintereinander den Ausgleich, doch beim letzten Siebenmeter vor der Pause musste THC-Torwart Jens Barlag hinter sich greifen. Mit 18:19 ging es in die Kabine. 

„In der zweiten Hälfte sind wir dann diesem einen Tor hinterhergelaufen“, resümierte Helmich. Die Gäste bauten ihren Vorsprung auf 21:24 aus. Henning ten Brink und Manuel Schröer versuchten viel, scheiterte aber ein ums andere Mal.
In der 41. Minute dann der Schock für den THC: Leistungsträger Jens ten Brink sah nach einem Foulspiel beim Tempogegenstoß der Lohner die Rote Karte. Sein Team lag drei Tore zurück. Eine kritische Situation. Doch die Helmich-Mannen zeigten Moral und nahmen den Kampf an. Manuel Schröer setzte einen Siebenmeter zum 22:24 in die Maschen. Tobias Coquette stand nach seiner auskurierten Knieverletzung wieder im Kader und läutete mit drei Toren in Folge die Wende ein (46.). Der 27:27-Ausgleich fiel drei Minuten später. Die Helmich-Sieben hielt zusammen.

Die Schlüsselszene passierte dann in der 53. Minute: Timo Halstenberg sollte eine Zeitstrafe absitzen, die sein Trainer wegen Meckerns bekommen hatte. Da der 24-Jährige aber bereits zweimal verwarnt war und ihm die Trainerstrafe angerechnet wurde, musste er als prägender Akteur das Feld räumen.

Ab dem Moment war es, als habe jemand den Schalter umgelegt. Auf einmal standen die THC-Handballer in der Deckung wie eine Wand, verschoben clever und zwangen den TuS Lohne zu Fehlern. Der Siegeswille war entfacht. Die Helmich-Mannen legten mit Treffern von Schröer, Coquette, Pötter und Bollmann nach. In dieser packenden Schlussphase hielt es Zuschauer und Auswechselspieler nicht mehr auf ihren Plätzen. Der THC entschied eine Partie für sich, die zur Halbzeit noch auf Messers Schneide stand.

„Meine Mannschaft hat sich zusammengerissen, den Extra-Schub Motivation genutzt und ist dafür belohnt worden“, freute sich Helmich für seine Spieler. „Heute haben wir als Team gewonnen.“

So sieht es auch Timo Halstenberg: „Meine Herausstellung hat uns neuen Schwung gegeben“, ist er sich sicher. So eine Rote Karte kann eben manchmal auch beflügeln.

Tore für den THC: Pötter (7), J. ten Brink (7), Schröer (6), Bollmann (4), H. ten Brink (4), Coquette (4), Finke (1), Halstenberg (1).

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