Statt Bescherung lange Gesichter

Ausgebremst wie hier Jan-Nicolas Pötter (Mitte) wurde der THC am Samstagabend in eigener Halle vom BV Garrel. (Foto: Sonja Möller)Das hatten sich die Handballer des THC auch anders vorgestellt: Zwei Punkte sollten es eigentlich im Spiel gegen den BV Garrel werden. Damit hätten die Mannen von Holger Helmich dieses Jahr – passend zur ansteigenden Formkurve der vergangenen Wochen – mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen. Doch stattdessen gab es am Samstagabend nach der 29:33 (10:18)-Niederlage lange Gesichter in der Dreifachsporthalle. Was war passiert ?

Die THC-Herren hatten sich eventuell von der vermeintlichen Auswärtsschwäche des Gegners und ihrer eigenen Heimstärke täuschen lassen. Denn verloren ging die Partie bereits in der ersten Halbzeit. „Wir haben eine miserable Leistung in der Deckung gezeigt“, legte THC-Coach Helmich den Daumen in die Wunde. Seine Abwehr wirkte zerfahren und unsortiert, was die Gäste eiskalt ausnutzten. Fast jeder Wurf war ein Tor. Der BVG baute die Führung zügig von 3:0 über 5:1, 7:3 und 11:7 auf 15:8 aus.

Ein weiteres Problem für die heimischen Handballer war die Fünf-Eins-Abwehr der Garreler. Deren offensiver Mittelmann störte erfolgreich die Passwege der Heimmannschaft. Damit war Henning ten Brink als Rückraum Mitte aus dem Spiel genommen und zum Hin- und Herpassen verdammt. Das Konzept der Gäste ging auf, da das Spiel ohne Ball beim THC nicht stattfand.

„Beim 10:18-Pausenstand war schon eine Menge gelaufen, wobei wir den Rückstand noch hätten drehen können.“ Helmich sprach eine entscheidende Situation in der 41. Minute an: Der Gegner hatte seinen rechten Rückraum-Angreifer durch zwei Zeitstrafen verloren und der THC war vier Minuten in Überzahl. „In so einer Phase müssen wir mindestens drei Dinger machen. Dann wird der Gegner nervös.“ Zumal Helmichs Spieler bis auf vier Tore auf 16:20 herangekommen waren. Doch der Tabellensechste ließ sich nicht beirren und hielt die Bälle lange in den eigenen Reihen. Das machte wiederum die Hausherren nervös und sie fielen innerhalb von fünf Minuten auf 17:24 zurück.

Stammkeeper Jens Barlag fehlte aus privaten Gründen. Für ihn hütete Lutz Kreienbrok das Tor, der durchspielte. Auf der Reservebank saß Daniel Cutik aus der A-Jugend. Ebenfalls passen musste Tobias Coquette, der als sicherer links Außen beruflich verhindert war.

„Wir haben uns vorgenommen zu gewinnen und absolut verdient verloren“, brachte Helmich seine Analyse auf den Punkt. Zwar habe der Gegner mit seinen Mitteln eine ordentliche Leistung abgeliefert, den Grund für die Niederlage wollte der Trainer darin aber nicht sehen. „Ich hoffe nur, die Partie hinterlässt keine Spuren bei meinen Spielern.“ Denn jetzt ist erstmal Pause. Ob der THC Westerkappeln seinen Aufwärtstrend danach fortsetzen kann, zeigt sich Anfang Januar.

Tore: H. ten Brink (7), Pötter (7), Rattay (5), J. ten Brink (4), Schröer (3), Schulte (2), Finke (1).

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok