Wut im Bauch bringt Sieg

Manuel Schröer (Nr. 2) stellte seinen Torriecher unter Beweis und erzielte acht Tore für den THC. (Foto: Sonja Möller)„Sich vor Wut in den Hintern beißen“ ist eine Redewendung, die wohl treffend die Gefühlslage der THC-Handballer nach dem letzten Auswärtsspiel gegen die Spielvereinigung Niedermark beschreiben dürfte. Dort vergab die heimische Sieben einen sicheren Sechs-Tore-Vorsprung in den letzten fünf Minuten. „Wir waren alle richtig sauer“, brachte es Manuel Schröer nach dem verdienten 31:25-Sieg des THC gegen den TV Cloppenburg II am vergangenen Samstag auf den Punkt. „Heute haben wir dafür 60 Minuten Vollgas gegeben.“

Die Wut im Bauch tat den Hausherren offensichtlich gut. Wie aus einem Guss traten sie dem Tabellendritten aus Cloppenburg gegenüber und ließen keinen Zweifel an ihrem Siegeswillen. Jeder brachte seine individuellen Stärken für die Mannschaft ein.

 

Ließ dem Gegner keine Chance: Timo Halstenberg (Nr. 4) war nicht zu halten und warf insgesamt sechs Tore. (Foto: Sonja Möller)So wurde Timo Halstenberg mit seiner vielleicht stärksten Saisonleistung zu einem der prägenden Akteure der ersten Hälfte. „Timo hat eine sehr konzentrierte Leistung gezeigt und die Dinger sicher weggemacht“, lobte dessen Coach Holger Helmich. Timo Halstenberg war über Rechtsaußen nicht zu halten, suchte sich auch nach Fehlversuchen stetig die Lücke am Kreis und versenkte erfolgreich. Bei Tempogegenstößen rannte der 24-Jährige quer durch die Halle und konnte zweimal von den Cloppenburgern nur per Foul gestoppt werden. Dafür gab es Siebenmeter für die Gastgeber.

Diese verwandelte ein zweiter prägender Spieler des THC: Manuel Schröer ließ dem Gäste-Torwart bei den drei Strafwürfen keine Chance. Doch das war nicht alles: Die Wut aus dem Niedermark-Spiel saß bei dem 24-Jährigen wohl tief und spornte ihn an. Äußerst zielstrebig und wurfstark fand er seinen Weg über rechts und traf insgesamt achtmal ins TVC-Gehäuse – somit war er bester Torschütze des Spiels.

Nach dem Seitenwechsel war es Henning ten Brink, der mit seinen Toren aus der Rückraummitte überzeugte und immer für den Gegner gefährlich blieb. „Als die Cloppenburger umstellten, war das Zittern bei uns plötzlich wieder da“, erinnert sich der 22-Jährige an den Knackpunkt. In dieser Phase verteidigte Tobias Coquette über Rückraumlinks mit seinen Treffern den Vorsprung.

Bedanken konnten sich die Hausherren auch bei ihrem Schlussmann: „Jens hat das Spiel für uns festgehalten“, ist sich Timo Halstenberg sicher. Jens Barlag zeigte eine bärenstarke Leistung und parierte manche Unhaltbaren. Ebenso stark präsentierte sich der zweite THC-Torhüter Lutz Kreienbrok, der sogar einen Siebenmeter abwehrte.

„Wunschlos glücklich bin ich nicht. Das wäre übertrieben, aber es ist sehr gut für uns gelaufen“, war Holger Helmich sichtlich angetan von der Leistung seiner Spieler. „Selbst beim Zitteranfall hat uns Cloppenburg nur kurz geärgert. Denen fiel gegen unsere Deckung nichts ein“, fügte er mit einem Augenzwinkern an.

Die Mannschaftssitzung des THC vor der Rückrunde hat wohl Früchte getragen. Der Zusammenhalt im Team ist gewachsen, jeder hängt sich für den anderen voll rein. „So soll es sein“, lobte der THC-Coach. Dennoch kann er auf einen neuen Schub „Wut im Bauch“ gut verzichten. „Das war ein Teilerfolg“, warnt er vor Überheblichkeit. „In zwei Wochen müssen wir gegen Neuenhaus/Uelsen antreten. Das wird ein undankbares Spiel. Die kämpfen ums Überleben.“

Tore: Schröer (8), Halstenberg (6), H. ten Brink (6), Coquette (5), Rattay (2), Pötter (2), Bollmann (1), Schulte (1).

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