Harte Bodenlandung

Jan Nicolas Pötter (links) erzielte fünf Tore in Osnabrück. Ganz Rechts beobachtet Nicolas Bollmann die Szenerie. (Foto: Sonja Möller)

Der THC Westerkappeln hat seinen Höhenflug beendet und ist nach einer deutlichen 23:32 (11:18)-Niederlage bei der HSG Osnabrück unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. „Das ist ein bisschen ernüchternd, aber wirft uns nicht um“, versuchte es THC-Trainer Holger Helmich trotz der Schlappe positiv zu sehen. „Die Einstellung war in Ordnung. Wir haben nicht schlecht gespielt.“

Das Ergebnis fasste den Spielverlauf wirklich nicht treffend zusammen. Die Gäste aus Westerkappeln ergaben sich nicht kampflos dem Tabellensiebten, sondern suchten den Torabschluss. Problem: Die THC-Handballer warfen oft überhastet, was meist Fehlwürfe brachte. Die Osnabrücker zeigten sich derweil als cleverer Gegner, der sein Spiel variabel an die Gegebenheiten anpassen kann. Trafen die Helmich-Mannen in den vergangenen Wochen eher auf berechenbare Teams, kamen sie mit den Überraschungseffekten der Hausherren überhaupt nicht klar. Die HSG baute den Vorsprung aus, während die Westerkappelner ein ums andere Mal am überragenden Osnabrücker Schlussmann scheiterten. „Wir wussten, was auf uns zukommt. Im Hinspiel hat deren Torwart elf Paraden in Eins-gegen-Eins-Situationen gezeigt“, kannte Helmich den Knackpunkt. Der Osnabrücker Maik Schröder kaufte den teils übermotivierten Gästen über 60 Minuten den Schneid ab. Bereits in der ersten Hälfte wehrte er sechs hundertprozentige Möglichkeiten des THC ab, was nicht gerade das Selbstvertrauen der Gäste aufbaute. Nach jedem Fehlversuch hingen die Köpfe etwas tiefer. Helmich zog beim Stand von 13:6 die Notbremse und versuchte seine Spieler im Time-out wachzurütteln (16.).

Nicolas Bollmann holte zwar geschickt einige Siebenmeter heraus, indem er in Ballrichtung hinter den Osnabrücker Mittelblock ging und sein Anspiel von den Gastgebern nur per Foul gestoppt werden konnte. Doch der Osnabrücker Schlussmann machte am Samstag auch diese Möglichkeiten zunichte: „Die Siebenmeter haben uns heute nicht geholfen“, resümierte Helmich.

Mit einem Sieben-Tore-Rückstand mussten die Gäste in die Pause. In Durchgang zwei gestaltete der THC das Spiel dann ausgeglichen und war zumindest ebenbürtig. „Wir hätten das Ding noch drehen können“, befand der Westerkappelner Coach. Jedoch war die miserable Defensivleistung den Gästen im Weg. Kamen sie bis auf sechs Treffer an die Osnabrücker heran, kassierten sie im Gegenzug reihenweise Schlagwurftore. „Die Bewegung in der Deckung ist uns zu keiner Phase gelungen. Das hat der Gegner ausgenutzt und so bestimmt zehn Dinger gemacht.“

In zwei Wochen erwartet der THC den Tabellenführer. „Der TuS Haren hat gerade gegen die SG Neuenhaus/Uelsen verloren, gegen die wir vor einer Woche gewonnen haben“, machte Helmich deutlich, dass auch gegen den Spitzenreiter der Landesklasse was zu holen ist. „In dieser Liga ist anscheinend alles möglich.“

Tore: H. ten Brink (8), Schröer (5), Pötter (5), J. ten Brink (3), Coquette (1), Halstenberg (1).

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