Dem Tabellenführer die Stirn geboten

Auch wenn die THC-Handballer (dunkle Trikots) dem Spitzenreiter aus Haren lange Paroli bieten konnten, stand unter dem Strich eine knappe Niederlage. (Foto: Sonja Möller)

Trifft ein Tabellenführer auf eine Mannschaft, die im Abstiegskampf steckt, ist die Favoritenrolle schnell geklärt. Einen lockeren Arbeitssieg erwartet die Aufstiegskandidat. Der in weniger schönen Tabellenregionen postierte Verein denkt sich vermutlich: Gegen den Tabellenführer kann man mal verlieren.

Diese Situation trifft sicher auf viele solcher Duelle zu. Als der THC Westerkappeln am Sonntagmorgen den TuS Haren zu Gast hatte, zeigte sich jedoch ein komplett anderes Bild: Hier war kein Klassenunterschied zu erkennen und die Harener hatten Mühe, den knappen 25:27 (12:14)-Sieg über die Runden zu schaukeln. „Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Ich habe nicht feststellen können, dass der Tabellenführer überlegen war“, resümierte THC-Coach Helmich. Keine Frage, so spricht kein Trainer, der an seiner Mannschaft zweifelt. „Die Einstellung stimmt, hier kämpft jeder für jeden.“

Was aber nicht stimmt, ist die Punkteausbeute der Westerkappelner. Woran hat es also gelegen, dass die Hausherren die Partie nicht für sich entscheiden konnten? „Wenn ein Spiel so eng ist, entscheiden Kleinigkeiten“, analysierte Helmich und legte den Daumen in die Wunde: „Wir hatten etliche gute Möglichkeiten über Rechtsaußen, der Winkel war gut, aber entweder hielt der Spieler ihn unnötig klein oder das Ding ging nicht rein.“

Der Spielfilm liest sich so: Timo Halstenberg machte nach vier Minuten das 1:0. Die Partie nahm sofort Fahrt auf. Die Gäste zeigten sich über Rechtsaußen gefährlich und zogen auf 3:1 davon. Nicolas Pötter hielt die Hausherren mit seinen zwei Toren im Spiel. In der 13. Minute war es dann Henning ten Brink, der die Gastgeber abermals ranbrachte (5:6). Als Manuel Schröer per Siebenmeter zum 8:8 ausglich, war spätestens da jedem klar, dass hier was zu holen ist. Jens Barlag parierte zudem glänzend, was die Gäste lautstark verzweifeln ließ. Der THC-Torhüter trieb seine Vorderleute immer wieder an. Aufgegeben hatte sich hier niemand. Das merkten auch die Harener, für die sich kein lockerer Arbeitssieg abzeichnete. Mit dem Mannschaftsgeist der Westerkappelner hatten sie wohl nicht gerechnet. Die THC-Defensive machte ihre Sache gut. So kassierte Ron Twiehaus zwar in der ersten Minute eine Zeitstrafe, hatte danach seinen Gegenspieler aber fest im Griff. Henning ten Brink glich nochmals zum 11:11 (27.) aus und Florian Finke erzielte mit seinem 12:13 (29.) ein immens wichtiges Tor vor der Pause. Allerdings gelang dem TuS Haren noch in der Schlussminute das 12:14.

„In der zweiten Hälfte konnten wir den Rückstand nicht ausgleichen und sind ihm hinterhergerannt“, erläuterte Helmich. Die Harener erhöhten auf 16:12, mit Toren von Jan-Marten Schulte zum 15:16 und 16:17 gelang den heimischen Handballern nochmals der Anschluss (37.). Sie blieben dem Tabellenführer dicht auf den Fersen, was diesen zusehends nervös machte. Doch die Außenpositionen blieben das Manko des THC, sodass zum Schluss ein 25:27 auf der Anzeigentafel stand.

„Wir haben gezeigt, dass wir in der Spielanlage gleichwertig sind. Aber dafür können wir uns nichts kaufen“, mahnte der THC-Trainer. „In drei Wochen steht in Dodesheide ein Vier-Punkte-Spiel an, das richtungsweisend ist.“

Tore: Pötter (6), Schröer (5), H. ten Brink (4), Halstenberg (3), Coquette (2), Schulte (2), Bollmann (1), J. ten Brink (1), Finke (1).

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