„So ein Tag, so wunderschön wie heute“

Henning ten Brink (rechts) traf am Samstag fünf Mal gegen Ankum. Schließlich gewannen die Westerkappelner mit 33:26. (Foto: Sonja Möller)

Wie kommt man aus dem Tabellenkeller raus? Nur mit dem Glauben, dass es irgendwie schon laufen wird, ist es wohl nicht getan. Vielmehr ist unbedingter Einsatzwille gefragt. Denn erst, wenn jeder Spieler den Kampf annimmt, seine Stärken einbringt und das Team als Einheit auftritt, ist der Umbruch zu schaffen. Dies beweist der THC Westerkappeln in den vergangenen Wochen eindrucksvoll. Nach einem 33:26 (14:12)-Sieg gegen den SV Quitt Ankum am Samstagabend hat die Helmich-Sieben jetzt fünf Partien in Folge gewonnen und ist damit Rückrundenspitzenreiter.

Vor heimischem Publikum legte der THC gleich los wie die Feuerwehr: Die Ankummer waren noch gar nicht richtig in der Halle, da führten die Hausherren bereits mit zwei Toren von Henning ten Brink, der stetig für Gefahr aus dem Rückraum sorgte. Diese Stärke kannten wohl auch die Gäste, die mit doppelter Manndeckung ins Spiel gingen. Darunter zu leiden hatte neben Henning ten Brink ebenfalls Jan Nicolas Pötter, der trotz Bewacher an seiner Seite sechs Tore erzielte.

Es war zum Ende der ersten Halbzeit, als die Hausherren ohne Grund ihren Einsatz zurückschraubten. „Die Mannschaft war wohl der Meinung, das geht schon so seinen Weg und wir gewinnen trotzdem“, monierte Holger Helmich die einzige Schwächephase, die sich seine Spieler erlaubten. Ankum kam wieder von 11:7 auf 11:10 heran. Mit einem 14:12 wechselten beide Teams die Seiten.

„Wir wollten in der zweiten Hälfte an die ersten 20 Minuten anknüpfen und noch draufsatteln“, war die Richtung klar, in die das THC-Spiel gehen sollte. Denn die Butter vom Brot nehmen lassen wollte sich keiner der Gastgeber mehr. Und auf einmal lief es wieder rund: Nach Treffern von ten Brink und Schulte machte Tobias Coquette nach einem sehenswerten Tempogegenstoß das 17:13. Der 18-Jährige war in Topform und ließ dem Gegner bei seinen schnellen Kontern nicht den Hauch einer Chance.

Als die Zuschauer auf der Tribüne „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ anstimmten, war Ron Twiehaus gerade eine Seltenheit gelungen: Ist der 19-Jährige normalerweise Teil der THC-Abwehr, durchquerte er in der 41. Minute die Halle im Alleingang und schoss den Ball zum 24:16 ein.

Die heimischen Handballer bewiesen besonders in der zweiten Hälfte Nerven: Dort kassierten sie sieben Zeitstrafen und mussten in Unterzahl bestehen. Der SV Quitt Ankum kam bis auf fünf Tore auf 27:22 heran (48.). „Bei technischen Fehlern haben wir uns ungeordnet zurückgezogen und so kam es zu Gegentreffern“, kannte Manuel Schröer den Grund. In dieser Phase parierte THC-Torwart Jens Barlag drei Siebenmeter in Folge und verunsicherte die Gäste nachhaltig. So gelang Tim Rattay sogar in doppelter Unterzahl das 30:24 (56.). Die letzten vier Minuten spielten die Westerkappelner die Partie souverän herunter.

Einen Hauptgrund für die Leistungssteigerung sieht Henning ten Brink im Ende der A-Jugend-Saison: „Die Doppelbelastung war für einige von uns sehr hoch. Sie mussten sich von Spiel zu Spiel komplett umstellen.“ Neben Tobias Coquette und Florian Finke spielte auch Jan Nicolas Pötter bei den A-Junioren.

Ob der 33:26-Sieg für die heimische Sieben der entscheidende Schritt zum Klassenerhalt war, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall haben die Hausherren wichtige Punkte eingefahren und stehen jetzt auf Tabellenplatz zehn. Noch dreimal auswärts müssen die Helmich-Mannen ran. Am 16. Mai geht es gegen das Tabellenschlusslicht aus Nordhorn. Einen Tag später spielen die THCler gegen den TuS BW Lohne. Wenn sich der THC wie gegen Ankum präsentiert, sollte der Verbleib in der Landesklasse reine Formsache sein.

Tore: Coquette (6), Schröer (6), Pötter (6), H. ten Brink (5), Schulte (4), Halstenberg (3), Rattay (1), Twiehaus (1), Finke (1).

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