„Laktatkinetik“ und „Spiroergometrie“ sind für die Radsportler keine Fremdwörter mehr

Die Radrennfahrer nehmen unter den Ausdauersportlern eine Sonderstellung ein. Studien belegen, dass sie allen anderen Sportlern in der Ausdauerleistungsfähigkeit überlegen sind.

imgp1181.jpgZiel der erst seit Mitte des Jahres aktiven Radsportgruppe ist es unter anderem auch, die Leistungsfähigkeit des einzelnen Sportlers durch gezieltes Training zu steigern. Grundlage dafür ist aber das Wissen um die individuelle Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit.

Aufgrund langjähriger Kontakte zum Institut für Sportmedizin und Prävention (ISP), Bad Rothenfelde, konnte Friedel Meyer den Sportmediziner Dr. Stefan Ueing und die Diplom-Sportwissenschaftlerin Stephanie Mommertz für eine Vortragsveranstaltung gewinnen.

Stephanie ging im ersten Teil auf die Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung ein.
Durch die Leistungsdiagnostik wird der Ist-Zustand der maximalen Leistungsfähigkeit und die anaerobe Schwelle (IANS) (Dauerleistungsgrenze), ausgedrückt durch die Herzfrequenz (HF), bestimmt. Der Sportler unterzieht sich dabei einem Stufentest auf „seinem“ Rennrad. Alle 3 Minuten wird die Belastung um 30 Watt erhöht und die Laktatwerte, Atemgase und Herzfrequenz werden gemessen.

Die festgestellte IANS ist die Grundlage zur Bestimmung der nachstehenden Trainingsbereiche:

imgp1182.jpg

Trainingsbereich

% der IANS

Intensität

KB =Kompensationsbereich

< 70%

sehr gering

aerob

GA 1 =Grundlagenausdauer 1

70 – 85%

niedrig

aerob

GA 2 =Grundlagenausdauer 2

85 – 95%

mittel

aerob

EB =Entwicklungsbereich

95 – 105%

hohe

aerob-anaerob

SB =Spitzenbereich

> 105%

sehr hoch

anaerob

Die Ausführungen von Stephanie zeigten, wie wichtig für die Sportler ein Herzfrequenzmesser (Pulsuhr) zur Kontrolle der Trainingsleistung ist.
Abschließend ging sie noch auf die Trainingsplanung und –Steuerung ein.
Devise: „Viel ist nicht gleich gut“!
Durch Überbelastungen geht die Leistungsfähigkeit „in den Keller“. Das ISP geht mit einer Trainingsplanung gezielt auf die „sportlichen Highlights“ der Sportler ein.
Stephanie schloss ihren Vortrag mit einem guten Spruch ab:

Wer aufhört besser zu werden, der hat aufgehört gut zu sein.“

imgp1185.jpgStefan ist neben seiner Tätigkeit als Sportmediziner auch als Ernährungsexperte an vielen Projekten beteiligt. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, die Teilnehmer für eine gesunde und sportgerechte Ernährung zu sensibilisieren. Das ist ihm unter anderem durch anschauliche Bilder gelungen.
Falsche Ernährung und Bewegungsmangel führen unweigerlich zu den bekannten Zivilisationskrankheiten. Bei den Erwachsenen mit Diabetes beträgt der Anteil übergewichtiger Menschen rd. 80%. Ferner gibt es bereits Kinder mit Altersdiabetes. Die daraus entstehenden Nachteile im Alter sind erschreckend. Mit dem einfachen Mittel der „Bewegung“ wäre dieser Gruppe schon zu helfen.

Eine angemessene Ernährung kann zur Leistungssteigerung und Krankheitsvorbeugung dienen. Sie hat auch neben der Bewegung eine zentrale Rolle bei der Gewichtsnormalisierung und –Stabilisierung. In dem Zusammenhang ging Stefan auf die Energiegewinnung durch die Fettverbrennung ein. Fette stehen dem Sportler fast unbegrenzt zur Verfügung.

Die Fettverbrennung spielt sich vornehmlich beim Training im KB / GA 1-Bereich ab. Sportler, die in den Bereichen den Fettstoffwechsel trainieren, schaffen eine gute Grundlage für höhere Intensitäten. Sie müssen erst recht spät auf die Kohlehydrate als Energielieferanten zugreifen. Kein Wunder das selbst die Profis zu 70-80% im Grundlagenbereich trainieren.

Auch Stefan hatte für die Sportler einen guten Spruch:

„Jeder bekommt sein Fett weg. Aber nicht durch Sport vor dem Fernseher.“

Die angeregten Diskussionen während und nach den Vorträgen waren ein Beleg für das große Interesse der rd. 50 Radsportler.

Abschließend bedankte sich Friedel bei Stephanie und Stefan mit einer Flasche „Westerkappelner Sekt“. In Anspielung auf das Etikett sagte er: „Westerkappeln hat nicht nur Natur, Tradition und Zukunft, sondern auch Radsport“.

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