„Stilfser Joch“, „Die Wand“ mit 48 KehrenSonja Hüls, seit April Mitglied der Radsportabteilung des THC Westerkappeln, hält nicht viel von Passivurlaub mit Liegenreservierung durch Handtuchauflage um 05:00 Uhr. Lieber geht sie ihrem Hobby nach und nimmt etliche Kilometer unter die Laufräder.
In diesem Jahr hat sie sich einen Traum erfüllt, Urlaub in den Bergen mit der Teilnahme an zwei Radsportevents. Am 24.06. stand der „Dreiländergiro“ in Nauders (A) und am 1.7. der „Radmarathon Tannheimer Tal“ in Tannheim (A) auf dem Programm.
Der Tross im Anstieg vor der „Ortler-Gruppe“Beim „Dreiländergiro“ entschied sie sich natürlich für die lange Strecke „Engadin“ über 168 Kilometer mit 3.300 Höhenmetern. Bei noch frischen Temperaturen von 7° ging es um 06:30 Uhr los. Über den moderaten Anstieg zum „Reschenpass - 1.504 m“ ging es nach Prad im Vinschgau, dem Einstieg zum „Stilfser Joch – 2.757 m“. Es ist der zweithöchste asphaltierte Pass in den Alpen und mit seinen 48 Kehren eine besondere Herausforderung für Radsportler. Bis zum kleinen Ort Trafoi war der Anstieg für die Teilnehmer mit 4-6 Prozent noch recht moderat, aber dann standen sie sprichwörtlich vor einer Wand. Für Sonja kein Problem, sie konnte noch etliche Radler überholen und erreichte bei nur 5° die Passhöhe.Den Ausblick vergisst man nie! Ohne langen Aufenthalt an der Verpflegungsstation ging sie die 14 Kilometer lange Abfahrt über den „Umbrailpass – 2.503 m“ nach Santa Maria ins Münstertal an. Hier waren die Temperaturen wieder angenehm und Sonja machte sich nach kurzem Stopp auf den Weg zum nächsten Zwischenziel, den „Ofenpass – 2.149 m“. Bis hier konnte sie gegenüber vielen anderen Radlern Zeit herausfahren und die Hoffnung keimte auf, eine gute Platzierung zu erreichen. Aus diesem Grund legte sie am Verpflegungspunkt Zernez auch nur eine kurze Pause ein, um dann durch das „Engadin“ den letzten Anstieg, die 8 Kilometer lange „Norbertshöhe – 1.461 m“ mit ihren 11 Kehren anzugehen. Das Teilstück über 35 Kilometer gestaltete sich trotz leichtem Gefälle bei Gegenwind recht schwierig, aber Sonja schloss sich geschickt einer größeren Gruppe an und meisterte dann die „Norbertshöhe“ recht locker. Nach einer kurzen Abfahrt war sie dann nach 6:48 Std. im Ziel. In ihrer Altersklasse belegte Sonja den hervorragenden 4. und in der Gesamtwertung der Damen den 7. Platz von 84 Starterinnen.

„Passo del Mortirolo“, ein legendärer Pass beim Giro d´ItaliaMit dem Ergebnis ging es dann nach ein paar „aktiven“ Ruhetagen mit etlichen Pässen in den Dolomiten hochmotiviert nach Tannheim zum „Radmarathon Tannheimer Tal“.
Hier wollte Sonja nichts dem Zufall überlassen und sie stand bereits um 06:00 Uhr in einer der ersten Startreihen. 220 Kilometer mit 3.500 Höhenmetern standen auf dem Programm und dabei waren der „Rietbergpass – 1.420 m“, der „Hochtannbergpass – 1.269 m“ und der „Gaichtpass – 1.093 m“ zu bewältigen.

Die Strecke zum „Rietbergpass“ ging sehr wellig durch das wunderschöne Allgäu, aber spätestens ab Obermaiselstein ging es teilweise mit 15 Prozent richtig zur Sache. Die schöne Abfahrt nach Hittisau entschädigte die Teilnehmer für die Anstrengungen. Der Anstieg zum „Hochtannbergpass“ war gut zu fahren und auf dem Pass gab es für Sonja die entscheidende Motivation. Zuschauer riefen ihr zu: „Super, Du bist die 2. Frau, weiter so!“
Jetzt mobilisierte sie noch alle Kräfte und schloss sich geschickt fahrend unterschiedlichen Gruppen an. Dabei gab es nur einen Gedanken; „Ich will aufs Treppchen.“
Das konnte nur noch der letzte Anstieg auf den „Gaichtpass“ verhindern. Aber der war mit 6 Kilometern recht kurz und mit rd. 4 Prozent auch nicht besonders schwer.
Die letzten Kilometer waren für Sonja so etwas wie eine Triumphfahrt und nach 07:34 Std. war sie im Ziel. Mit diesem super Ergebnis belegte sie den 2. Platz und bekam von Marcel Wüst einen Pokal überreicht. Ferner konnte sie sich als Entschädigung für die Strapazen noch über einen Gutschein freuen, ein „Wellnesswochenende in einem 4-Sternehotel“ in Tannheim.Sonja auf dem „Stockerl“ beim Tannheimer Radmarathon

Für Sonja stand nach diesem „Aktivurlaub“ sofort fest, im nächsten Jahr ist sie wieder dabei.
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