Die jungen MTBler können den Startschuss kaum abwartenWer heutzutage einem geographischen Ziel mit unbekannter Wegstrecke entgegen steuern möchte, nutzt in der Regel ein mobiles Endgerät (Navi), welches satellitengestützt den geographischen Standpunkt ermittelt. Von dort ausgehend schlägt es mit Hilfe einer Software eine Route über das Straßennetz zum gewünschten Ziel vor. Das funktioniert aber auch nur, weil alle relevanten Daten dem System bekannt sind.

Letzten Samstag hatten die Jugendlichen eine besondere Trainingseinheit. Sie stellten sich einer für die heutige Zeit fast schon ungewöhnlichen Herausforderung,
nämlich einer Orientierungsfahrt mit „Karte und Kompass“.
Für die Durchführung dieser besonderen Trainingsstunde konnten die Trainer des THC, Stephan Kotschi und Karl-Heinz Kölling, mit Reinhard In der Stroth einen Profi (OTB Osnabrück) gewinnen. Er hat in der Disziplin „Orientierungslauf“ schon diverse Meisterschaften errungen und brachte somit die beste Expertise mit, den jungen Bikern die Orientierung im Gelände zu vermitteln.

Im Vorfeld hatten Karl-Heinz und Reinhard schon ganze Arbeit geleistet. Sie waren die Strecke bereits abgefahren und hatten dabei entsprechende „Markierungen“ angebracht, die es zu finden galt.
Reinhard hatte sich auch die Mühe gemacht, relevantes Equipment wie Klemmbretter, Kompass sowie ausführliches Kartenmaterial für alle Beteiligten zusammenzutragen.
Die zuvor im Gelände angebrachten „Landmarken“ waren in den Karten markiert. Diese galt es mit Hilfe einer analogen Karte in Papierform auf dem kürzesten Weg anzufahren.

Bevor es aber so richtig losgehen konnte, stand noch etwas Theorie auf dem Programm. Reinhard erläuterte den Teilnehmern zunächst im sog. „Briefing“, wie man eine Geländekarte richtig liest. Dabei ist es wichtig, die graphischen Markierungen (Berge, Hügel, Aussichtspunkte, Ruinen usw.) richtig zu deuten.
Das alles geschah logistisch und witterungsbedingt vor dem praktischen Teil im Clubraum des THC. Zur Motivation wurde den Jugendlichen eine leibliche Stärkung in Form von herzhaft belegten Brötchen zur Verfügung gestellt.

Mit viel Wissen ausgestattet und gut gestärkt wurde dann der praktische Teil in Angriff genommen.Reinhard mit letzten Instruktionen an die Gruppe
Da dachte der eine oder andere pfiffige MTBler, „dann benutze ich halt mein mobiles Telefon“!
Die Rechnung ging natürlich nicht auf, denn in diesem waren die von Karl-Heinz und Reinhard gesteckten Landmarken gar nicht hinterlegt!
Also blieb doch nur die Möglichkeit, sich mit Hilfe eines Kompasses die Karte in Richtung Norden auszurichten und die lokale Infrastruktur mit dem Wegenetz auf der Landkarte abzugleichen. Nur so war dann die Richtung und fahrbare Strecke zum gewählten Punkt bzw. Ziel (Landmarke) auszuwählen und zu befahren.

Nachdem einige Bikes mit Klemmbrettern präpariert waren, auf denen unter einer Klarsichthülle als Nässeschutz die Landkarten fixiert wurden, ging es dann zum ersten Ziel auf der Karte. Die Klemmbretter selber waren drehbar konstruiert, sodass man sie währen der Fahrt, unabhängig von der Richtung des Fahrrades, zur Richtungspeilung nach Norden ausrichten konnte. 

Die erste „Landmarke“ wurde gefunden.Insgesamt war die Gruppe gute zwei Stunden damit beschäftigt, die sieben gesteckten „Landmarken“ ausfindig zu machen. Zwischenzeitlich auftretende Regenschauer entmutigten die jungen Biker nicht, sie waren voll motiviert und verloren nicht die Orientierung.

Als alle erfolgreich die Orientierungspunkte angefahren hatten, traf man sich abschließend nochmals zum sog. „De-Briefing“ im Clubraum. Hier ließ man die gemachten Erfahrungen Revue passieren und war sichtlich stolz auf erbrachte Leistung bei der „Navigation nach alter Art“.
Als kleine Belohnung öffneten Stephan und Karl-Heinz noch eine zweite Verpflegungskiste, gefüllt mit Gebäck und Plunderteilchen.Deutlich zu erkennen, die Gruppe hat Spaß an der besonderen Trainingseinheit gehabt.

Zum Schluss bleibt festzustellen, dass bei dieser Art der Ausfahrt von den Jugendlichen „geistige und körperliche“ Leistung erbracht werden musste.
Darüber waren sich auch alle einig.
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