Radsportler bringen Schwung „in die Bude“.

„Smart-Rollentrainer“ für computergestütztes RadsporttrainingDie Saison 2020 mit all ihren Widrigkeiten haben die Radler*innen des THC abgehakt. Sie bleibt in keiner guten Erinnerung, denn die „Corona-Pandemie“ hat sportlich gesehen deutliche Spuren hinterlassen, zum Glück nicht gesundheitlich.

Während viele Sportler (Hallensport, Mannschaftssport usw.) ihrem Hobby nach der CoronaSchVO in den Sportanlagen nicht nachgehen durften, konnten die Radler ihren Sport zum Glück „in freier Natur“ noch ausüben, allerdings mit begrenzter Teilnehmerzahl.

Diese Maßnahmen sind nicht ohne Auswirkungen geblieben. Schriftführer Friedel Meyer hat inzwischen die Saison 2020 analysiert. Die Zahlen spiegeln die Saison wieder. Während die Gruppe in 2019 bei allen Aktivitäten noch 126.283 Kilometer (!!) zurückgelegt hat, waren es in der abgelaufenen Saison nur 49.753 Kilometer!Weitere Daten können der Chronik der Radsportabteilung entnommen werden.

 

Der Vorstand hofft, dass sich so eine Saison nicht wiederholt und viele Radsportler*innen stecken auch schon voller Vorfreude in der Vorbereitung.
Während der Wintermonate in unseren Breitengraden suchen sie natürlich witterungsbedingt nach alternativen Trainingsmöglichkeiten.
Zum Radfahren gibt es sicherlich viele Alternativen, zum Beispiel das Laufen oder Schwimmen. Allerdings dienen diese Disziplinen eher als Ausgleichssport und ersetzen nicht wirklich das Fahren auf dem Rennrad.

Einige THCler verschlägt es daher mit dem Cross- oder Mountainbike in das nahe gelegene Gelände oder in den windgeschützten Wald, um so den in der Literatur beschriebenen „Windchill-Effekt“ zu reduzieren.
Viele THCler wollen allerdings die Bedingungen auf dem Rennrad beibehalten und fahren mit guter Bekleidung ausgerüstet weiter auf der Straße.

Dann gibt es auch die Sportler, die ihre Nase nicht in den Wind halten wollen und den Renner lieber auf die „Rolle“ stellen.
Was bedeutet nun aber der Begriff „Rolle“ in diesem Zusammenhang?
Unter einer „Rolle“ wird im Radsport ein Trainingsmittel verstanden, welches man auch als „Rollentrainer oder Trainingsrolle“ bezeichnet. Auf diesem Gerät ist das Training mit dem normalen, also vorzugsweise dem eigenen, auf die Körpermaße eingestellten Rennrad unter simulierten Bedingungen möglich.

Um ein möglichst realitätsnahes Training umsetzen zu können, sind die Rollen mittlerweile komplex entwickelt worden.
So gibt es relativ einfache Geräte, in die das hintere Laufrad eingespannt wird. Über eine Andruckrolle wird dann während des Tretvorganges ein magnetischer Widerstand erzeugt. Dieser kann in der Intensität durch den Sportler durch die Erhöhung des
Andrucks auch einfach verändert werden.
Mit so einer Konfiguration kann ein herzfrequenzorientiertes Training in den eigenen vier Wänden gut durchgeführt werden. Neben der „Rolle“ benötigt man dann nur noch einen „Herzfrequenzmesser“.Die etwas einfachere Variante, simpel aber wirkungsvoll

Des Weiteren gibt es Geräte, die als „smart“ bezeichnet werden.
„Smart“ bedeutet, dass diese Rollentrainer mit einem Computer verbunden werden, auf dem eine Trainingssoftware installiert ist. Das Programm auf dem Rechner greift  auf den Rollentrainer zu und beeinflusst so die Widerstände, welche dann für den Radler spürbar werden. So ein Aufbau ermöglicht ein authentischeres Fahren auf der „Rolle“.

Hightech beim „Indoorcycling“, alle Trainingsdaten auf einen BlickAuf dem Markt tummeln sich die unterschiedlichsten Trainingsplattformen (Zwift, TrainerRoad, The Sufferfest u.a.). Überwiegend fährt man in virtuellen Welten oder es ist Filmmaterial von unterschiedlichen Rennradstrecken (Tour, Giro, Vuelta usw.) der Welt hinterlegt, welches synchron zur simulierten Geschwindigkeit des Sportlers abgespult wird. So werden bei Berg- und Talfahrt die Widerstände entsprechend übertragen.

Diese Entwicklung der Rollentrainer ist auch an den Radsportlern des THC Westerkappeln nicht spurlos vorbeigegangen. In der Vergangenheit haben sich in der dunklen Jahreszeit bereits einzelne Vereinskameraden, so auch Trainer Stephan Kotschi, auf einem solchen Simulator ausgepowert. Trainer Stephan Kotschi in Aktion Darüber hinaus haben sie sich sogar durch Vernetzung der Computer in der virtuellen Welt zu Ausfahrten getroffen.
Unter anderem auch auf Grund der aktuellen schwierigen Situation ist bei weiteren THClern mittlerweile die Skepsis für so ein Gerät gesunken.

„Smart“ bedeutet aber auch, dass man verschiedene Leistungsdaten wie Herzfrequenz, Trittfrequenz und Wattleistung messen kann. All diese Daten sind für die Radsportler wichtig, um ein gutes und differenziertes Training durchzuführen.

„Virtuelle“ Fahrt durch die „Französischen Seealpen“Nichtsdestotrotz ersetzt ein sog. „Indoorcycling“, also das Fahren in den eigenen vier Wänden, nicht die Ausfahrt im Freien.
Das Windschattenfahren in der Gruppe wird zwar auf dem Rechner ein wenig nachgestellt, der eigentliche Fahrtwind „in der Natur“ bleibt aber völlig aus. Und der ist wichtig für die Temperaturregulation.
Während an frischer Luft die Kühlleistung durch den Wind gegeben ist, fehlt sie beim „Indoorcycling“ gänzlich. Entsprechend schwitzt man „wie verrückt“ und benötigt entsprechend Handtücher und Schweißbänder um das Wasser aufzufangen!

Ein kleiner Nachteil des „Indoorcycling“ ist auch, dass nur mit dem Rollenwiderstand gefahren wird. Man kann dadurch das Rad nicht einfach „mal rollen lassen“ und wie auf der Straße „Junkkilometer“ produzieren.
Ferner kommt auch der soziale Aspekt der Gruppenfahrten „an frischer Luft“ zu kurz. Er kann durch die virtuelle Welt nicht ersetzt werden.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass eine Ausfahrt im Freien durch Nichts zu ersetzen ist. Deshalb freuen sich die Radsportler*innen des THC natürlich über die schon wieder aufsteigende Sonne und die länger werdenden Tage.
Bedingt dadurch kann der Asphalt bald wieder verstärkt unter die Reifen genommen werden.Ein THCler beim Endspurt auf der Zielgeraden


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